Weltkrieg mit Biologischen Waffen durch die USA und Großbritannien

Aus dem Buch AIDS, Herkunft, Verbreitung und Heilung, Köln 1994:

7.1    Grippe, Vorgängerin von AIDS

Grippe, Erscheinung, Ausbreitung – Einsatz von Grippe-Erkrankungen durch Großbritannien 1889 – Grippe-Einsatz gegen einheimische Bewohner Kanadas – Grippe gegen die russische Konkurrenz – Grippe zur Aufrechterhaltung britischer Positionen – Großbritannien wenig betroffen – Die Grippe 1918, hervorgerufen durch Mykotoxine – USA und Großbritannien verbreiten die Krankheitsursachen – Nervenkrankheiten und Geisteskrankheiten durch Grippe – Grippe, Maidismus, Favismus, Maedi, Visna

 

Sechs der AIDS-Erkrankungen bzw. deren Erreger wurden im Zusammenhang mit den Grippe-Massenerkrankungen 1918/1919 bzw. des ersten Weltkrieges bedeutend: Die Ausgangsviren für HIV, nämlich die Erreger der Ansteckenden Blutarmut der Pferde (EIAV), die Cytomegalieviren, die Epstein-Barr-Viren, die Hirntoxoplasmose, die Pneumocystis carinii-Lungenentzündung und Isospora belli (s. die jeweiligen Abschnitte im Kapitel 6). Durch die Grippe-Massenerkrankungen 1918-23 wurden schätzungsweise mindestens 20 Millionen Menschen getötet[7000], möglicherweise 40 Millionen. Allein in der damaligen britischen Kolonie Indien sollen dadurch 20 Millionen Menschen gestorben sein[7001]. 1918 entschied diese Erkrankung von Millionen deutscher Soldaten und der Tod von 400.000 Menschen in Deutschland den ersten Weltkrieg. In Rußland töteten sie 10 Millionen Menschen und beseitigten dadurch die bürgerliche Regierung. Diese Massenerkrankungen wurden von den Regierungen Großbritanniens und der USA durch Versprühen von Mykotoxinen entfacht.

Grippe, Erscheinung, Ausbreitung

Über die allgemein bekannte, harmlose Grippe braucht hier nur gesagt zu werden, daß sie nach ca. zehn Tagen ausgeheilt ist und dann nicht ansteckend sein kann. Schon in früheren Jahrhunderten gab es besonders in Ländern nördlich des 40. Breitengrades Grippe-Epidemien[7002]. Grippe kann mit Grippe-Viren verbunden sein. Die Ausbreitung dieser Viren ist bis heute angeblich ungeklärt. Wie kann ein Grippe-Stamm in einem Menschen oder einem Tier entstehen und über Zehntausende von Kilometern in wenigen Tagen hundert Millionen Menschen krankmachen? Ansteckung von Mensch zu Mensch scheidet dafür aus. Die Übertragung durch die Luft scheidet aus, weil dafür jeweils Hunderttausende Menschen in einer Reihe quer zum Wind gleichzeitig in Windrichtung mit unvorstellbarer Kraft nach oben husten müßten; und zwar nur in regenfreien Nächten, da Sonnenlicht die Viren tötet und Regen die Erreger in den Boden wüsche. Es kommt in Frage, daß die Erreger bereits vorhanden sind und durch immununterdrückende Einflüsse angehen können. Dafür kommen Pilzgifte, Mykotoxine in Frage. Sie sind licht- und temperaturbeständig. Und sie werden besonders in kühl-feuchter Witterung, im Frühjahr und Herbst freigesetzt. Sie ermöglichen das Aufblühen vieler Krankheitserreger.

Einsatz von Grippe-Erkrankungen durch Großbritannien seit 1889

(alle Daten dazu aus Lenhartz[7003] und Leichtenstern[7004], soweit nicht anders angegeben.)

Besonders seit 1889 erkrankten in Indien, Südafrika, der Türkei, in Griechenland, Persien, Rußland, Turkistan in strategisch wichtigen Stellen und besonders innerhalb strategisch wichtiger Projekte sehr viele Menschen an Grippe. Den unnatürlichen Massenerkrankungen war gemeinsam, daß die Schwächung und das Sterben der betroffenen Menschen der Aufrechterhaltung britischer Eroberungen in der Welt und Ausdehnung auf die Ölquellen in Rußland, Persien, Irak förderlich war. Millionen wurden dadurch getötet: Indianische US-AmerikanerInnen, Eskimo-AmerikanerInnen in Alaska, dunkelhäutige BewohnerInnen Sierra Leones, Ghanas, Südafrikas, Indiens.

Grippe-Einsatz gegen einheimische Bewohner Kanadas

Im Mai 1889 erkrankten plötzlich in Athabasca, im damaligen British North America, Mitte Dezember 1889 in den dünnbesiedelten North-West Territories in weit auseinanderliegenden Regionen Kanadas viele Menschen an Grippe. „Die Invasion und der Ausbruch der Influenza in diesem enormen Territorium erfolgte meist gleichzeitig in weitester Ausdehnung gleichzeitig auf den weit auseinander liegenden, durch Eisenbahnen nicht verbundenen Forts Mac Leod, Saskatschewan, Prince Albert und den anderen militärischen Posten; gleichzeitig ferner auch in den zerstreuten Indianer-Gemeinden und Stämmen, zwischen welchen nur sehr geringer Verkehr besteht.“[7005].

Grippe gegen die russische Konkurrenz

In Buchara, im Persien benachbarten zu Rußland gehörenden Turkistan, wurde eine strategische Eisenbahn gebaut. Rußland konnte mit Hilfe der Bahn eine rasche Verbindung zu verschiedenen Ölquellen der Region und nach Indien schaffen. „Als ob sich eine Wolke krankmachend herabsänke“ erkrankten plötzlich während strahlendem Sonnenschein-Wetter, wie in Kanada, seit Mai 1889 bis August 1889 die den Eisenbahnbau ausführenden Europäer und die russischen Soldaten an Grippe. Auffallend viele fingen an zu bluten. Im Juli 1889 waren 50% der Bevölkerung erkrankt. Dann erkrankten Menschen in Sibirien und innerhalb von zwei Tagen am 31. Oktober im Kaukasus, in St. Petersburg, am 1.November in Viatko, Moskau, Riga, Vilna, Tver, Pskov, Sewastopol, Kaluga[7006].

Grippe zur Aufrechterhaltung britischer Positionen

Im Juni 1889 erkrankten viele Menschen in Australien an Grippe[7007]. In Boston begannen die Erkrankungen am 17.Dezember, in New York am 19.Dezember 1889. Ende Dezember 1889 brachte ein USA-Kriegsschiff die Grippe nach Gibraltar. Anfang Januar 1890 wurden Kairo, Alexandria, Marocco, Algier, Tunis, Tripolis, Kap Verdische Inseln, Teheran, Antigua (Westindische Inseln), Kapstadt, (die Fahrt von London in den Sommer von Kapstadt dauerte gewöhnlich 20 Tage) angesteckt. In Kapstadt wurden die Krankheitsauslöser durch die Luft verbreitet[7008]. Mitte Januar war Honululu fällig, Ende Januar Mexiko („auf entsetzliche Weise„), Guatemala, Tobago. Anfang Februar Buenos Aires, Montevideo, Santos, Rio de Janeiro, Pernambuco, Nevis (Antillen). Colombo (Sri Lanka) wurde durch das britische Kriegsschiff „Himalaya“ angesteckt: sieben Tage nach Einlaufen erkrankten schlagartig sehr viele Einwohner. In sämtlichen Küstenorten Südafrikas erkrankten Menschen[7009]. In Hudson Bai, Saskatchewan, Winnipeg, Neufundland brachen in verkehrsarmen, weitentlegenen Gebieten Grippeerkrankungen aus. Nur britisches Militär konnte dafür verantwortlich sein. „ Es ist bezeichnend, daß alle Nachrichten aus Nord-Amerika sowohl aus den Vereinigten Staaten als aus Kanada (und Mexiko) darin übereinstimmen,… dass hierdurch ganz besonders die eingeborene Bevölkerung in erschreckender Weise betroffen wurde; ganze Indianer-Reservationen sollen vernichtet sein.[7010] Mitte Februar: Freetown (Sierra Leone), Gambia, Havanna (Kuba). Ende Februar: Lucknow (Indien), Bombay (nach Anlegen eines britischen Kriegsschiffes erkrankten dort schlagartig sehr viele[7011]; nach wenigen Tagen mußten die Schulen geschlossen werden[7012]); Delhi, Singapore, Hongkong. In Indien war die Ausbreitung „eng mit den Bewegungen europäischer Truppen verbunden …[7013]). Anfang März: Chile, Peru, Sultanabad (Iran). Mitte März: Kalkutta (große Zahl: „alle nur im Eingeborenenviertel[7014]), Madras (Indien). Ende März: Sansibar, Lesotho, Togo, Kamerun, Borneo. Anfang April: Natal (Südafrika), Ghana, Burma, Tientsin (China), Malakka, Hodeidah (Arabien), Callao (Peru). Mitte April: Guayaguil, Qito (Ecuador), Barbados. Ende April: Botswana, Mauritius. Anfang Mai: Mandalay (Indien). Ende Mai: mehrere Orte in Natal. Juni: Trinidad. Juli: Senegambia, Madagaskar, Quelimane (Mosambik). August: Katunga (Malawi), Jamaika. September: Reunion. November: Aethiopien.

Großbritannien wenig betroffen

Während bei strahlendem Sonnenschein in Afrika, Indien, in der Karibik, in Rußland, Nordamerika, Südamerika Menschen an Grippe erkrankten und starben, wurde Großbritannien (damals mächtigster, am stärksten industrialisierter und verkehrstechnisch am besten erschlossener Staat der Erde mit den regsten Handelsverbindungen und klassischem Grippewetter) spät und langsam befallen. „Es sei ferner an die auffallend langsame Verbreitung der Seuche in England erinnert. Muss es nicht Wunder nehmen, dass dem am 11.December inficirten London erst Ende December, resp. Anfang Januar Städte nachfolgten von dem Range wie: Birmingham, Manchester, Glasgow, Sheffield, Liverpool, Edinburgh u.a., … In dem rein ländlichen Districte Salford (England) hatte die Influenza den Zeitraum von vier Monaten (December bis März) zu ihrem Umzug nothwendig.“[7015] . Die Verbringung der Erreger, die den Tod von Millionen Menschen in Indien, Afrika, Nord- und Südamerika (Fachleute nennen 20 Millionen[7016]) bewirkten, dauerte von London nach Kalkutta und Bombay genau so lange wie zum 5km vor Manchester an der Eisenbahnlinie gelegenen Vorort Salford. In England gab es die geringste Erkrankungsrate: in London erkrankten 24% der Bevölkerung an Grippe[7017]. In ganz Frankreich 70%.

Die Grippe 1918, hervorgerufen durch Mykotoxine

1918 erkrankten und starben Menschen an Grippe wie vorher nie und seitdem nicht mehr. Diese Erkrankungen sollen von WP Dunbar 1915 prophezeit worden sein[7018]. Der aus Großbritannien stammende US-Amerikaner Dunbar, Direktor des Hygiene-Instituts der Stadt Hamburg, wurde 1915 von der deutschen Regierung nach China in die Mandschurei geschickt für Seuchen-Forschungen. Die dortige Gegend wird als eine Region ungewöhnlich starken Bewuchses mit Schimmelpilzen auf Getreide[7019] beschrieben. Als Ursache kommt ein verhältnismäßiger Mangel des Elementes Selen im Boden in Frage. Die Gegend ist als selenarm ausgewiesen[7020]. Dort soll er vorausgesagt haben, daß die 1915 in der Mandschurei ausgebrochene Seuche, eine typische Grippe, 1918 – angepaßt an die Bedingungen in verschiedenen Staaten – über die ganze Welt verbreitet werden würde[7021]. Die Erkrankungen begannen zugleich in vielen Personen[7022]. Die Ausbreitung wird als „explosionsartig“ beschrieben[7023]. … „explosionsartiges Auftreten von Influenza in einer nahe Dresden gelegenen großen Munitionsfabrik Mitte Juni. Dort traten innerhalb 24 Stunden gegen 100 Erkrankungen auf, davon 70 allein während einiger Vormittagsstunden. … In einem Saal waren sämtliche 30 Arbeiterinnen … krank geworden.[7024]

Eine Versicherungsgesellschaft der USA berechnete, ob es einen Zusammenhang zwischen Bevölkerungsdichte und Ausbreitung der Grippe gäbe. „Das Ergebnis berechtigt zu dem Schluß, daß relative Bevölkerungsdichte überhaupt nichts mit der Explosivität des Grippe-Ausbruchs zu tun hatte[7025]. Es ist vielfach bewiesen, daß die massenhafte Ausbreitung nicht durch Ansteckung von Person zu Person geschah[7026]. Die Krankheitserscheinungen begannen abrupt „ganz plötzlich … mitten in der Arbeit[7027], „mit Ohnmachtsanfällen beginnend[7028], ließen sich auf eine Stunde genau angeben[7029]. Es war typisch, daß Soldaten beim Wacheschieben im Freien oder beim Marschieren eine brennende Reizung des Nasenrachenraumes verspürten[7030], unter trockenem Husten, Augenbindehautreizung[7031], Nasenschleimhautkatarrh und Niesen litten[7032]. Einzig die Luftröhre war bei allen Untersuchten stets entzündlich verändert[7033]. Das Einatmen von Staub wurde mit dem Krankheitsausbruch in Zusammenhang gebracht[7034]. „… bei den (österreichisch-deutschen; d.V.) Sturmtruppen, welche in die italienischen Schützengräben eindrangen,“ wurden „Erkrankungen festgestellt, welche anfänglich als Gasvergiftungen gedeutet wurden, sich aber späterhin als Grippefälle aufklärten…[7035]. „… die Leute sind geradezu erstickt. Vielfach starben sie außerordentlich rasch.“[7036] Die Schädigungen der inneren Organe bestanden z.T. in sonst äußerst seltenen Formen „Mykotischer Endarteriitis pulmonalis, … Schädigung der Klappen“ (des Herzens; d.V.) „…, die toxischer Natur ist…[7037], „Mykotische Endokarditis … mykotisch embolische Form der Grippe – Enzephalitis[7038], „durch Toxinwirkung[7039] waren „rein toxisch[7040] bzw. „toxischen Ursprungs[7041]. Eingeatmet wurden offensichtlich toxische Stoffe, die Schädigungen, wie durch Pilze hervorgerufen, anrichteten.

Die an Grippe erkrankten Personen waren durch eine Schwächung des Immunsystems gekennzeichnet[7042], die auch für Mykotoxin-Wirkung kennzeichnend ist. Zur selben Zeit traten damals z.T. bei Hunderttausenden Menschen weitere Krankheiten in denselben Gebieten auf, die ebenso auf eine plötzliche Immunschwäche hinweisen: Kopf-Typhus und andere Hirnhautentzündungen, Fünftagefieber, Keuchhusten, Herpes-Infektionen, Lungenentzündungen einschließlich Pneumocystis carinii-Lungenentzündung, seuchenhafte Gehirnentzündung, allgemein schwere Reaktionen nach Impfungen <s. A148>.

Die entscheidenden Auslöser der damaligen Grippe
  • unterdrückten demnach Immununreaktionen,
  • bewirkten mykotoxische Veränderungen an Organen,
  • waren in Staub/Luft enthalten,
  • bewirkten plötzliches Brennen an Augen, Rachen, Nase
  • von gleichzeitig Hunderten von Menschen.

Dafür kommen nur Mykotoxine in Frage. Auf Getreide in der Mandschurei wachsende Pilzsporen waren schon 1891 als Ursache von Gesundheitsstörungen wie Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, Störung der Sehkraft und trunkenheitartige Bewegungsstörungen beschrieben worden[7043]. Die Ausbreitung von Pilzsporen durch die Luft ist seit 1917[7044] und seit 1921 nachweisbar mit Flugzeugen und Piloten der USA-Streitkräfte untersucht worden[7045].

USA und Großbritannien verbreiten die Krankheitsursachen

Seit 1915 waren besonders in britischen militärischen Einheiten unbedeutende Häufungen normaler Grippeerkrankungen aufgetaucht. Seit September 1917 waren in mindestens 26 Lagern der USA-Streitkräfte in den USA, in denen Truppen für den Kampf gegen Deutschland zusammengezogen wurden, harmlose Grippe-Massen-erkrankungen aufgetreten[7046]. Im April 1918 setzten sich die Massenerkrankungen unter britischen[7047] und im April und im Mai unter US-amerikanischen und französischen Truppen in Frankreich fort[7048]. Diese Erkrankungen waren harmlos und schützten durch Immunität vor der zweiten Massenerkrankung[7049].

Die millionenfachen Grippeerkrankungen traten in zwei Wellen, Mai bis Juli und ab September 1918, auf. Eine z.T. sich tödlich auswirkende Massenerkrankung an Influenza begann am 16. Mai 1918 in der Garnison in Kiel[7050] Sie wurde im Juni 1918 in Deutschland[7051] und unter deutschen Soldaten in Frankreich verbreitet. „Acht bis zehn Tage“ nach Eroberung französischer Stellungen erkrankten „plötzlich“ Soldaten des daran beteiligten deutschen Bataillons „gehäuft“ an Influenza[7052]. „Im Felde erkrankt von einem Regiment zunächst nur das Bataillon, das im Nahkampf mit den Amerikanern stand, unmittelbar nach diesen Gefechten…[7053] Im Juli erkrankten 18% der deutschen Soldaten im Westen an Grippe, 60% aller Erkrankungen deutscher Soldaten bestanden in dieser Krankheit[7054]. „Vor allem aus den großen industriellen Betrieben (Rüstungsbetrieben; d.V.) im Norden“ von München[7055] oder „in einer … großen Munitionsfabrik“ in Dresden erkrankten Massen von Beschäftigten an Influenza[7056]. Unter Schwangeren und Wöchnerinnen in Krankenhäusern[7057] und verwundeten Soldaten in Lazaretten[7058] wurden die Erreger bevorzugt verbreitet. Deutschland und Österreich, die den Krieg gegen Rußland gewonnen hatten, Belgien und Teile Frankreichs und Italiens seit vier Jahren besetzt hielten und in Frankreich 1918 militärisch siegreich vorgingen, wurden durch Grippe und damit verbundenen heftigen Durchfall gestoppt. „..ist neutralen Blätterstimmen zu entnehmen; so schreibt der Militärkritiker der ‘Gazette de Lausanne’ (Gazette de Lausanne vom 18. Juli 1918) zum Beispiel … ‘les operations militaires etaient serieusement retardees par l’epidemie’..[7059] (die militärischen Operationen wurden durch die Epidemie ernsthaft verzögert; d.V.). In Italien starben 500.000 italienische Personen an Grippe; die Geburtenrate z.B. in Piemont ging um 50% zurück.[7060] Diese möglichen Mykotoxinfolgen auch unter ihren Bundesgenossen ersparten den USA und Großbritannien eigene Verluste beim Kampf gegen Österreich-Deutschland dort.

Viereinhalb Monate später, am 11.November 1918, unterzeichneten deutsche Befehlshaber die Kapitulation.

Die Krankheit äußerte sich in heftiger Lungenentzündung, war in 3% aller Fälle tödlich. In Städten wie Köln wurden die Toten in Massenreihengräbern eingegraben (Augenzeugen). In Deutschland starben 1918 400.000 Menschen an Grippe, 25% aller Toten (eigene Berechnung). Bis 1923 sollen dort insgesamt 800.000 Menschen an der Grippe-Massenerkrankung gestorben sein[7061].

In den USA waren seit September 1917 in vielen Militärlagern Massenerkrankungen mit harmloser Grippe aufgetreten. Die deutschen Kriegsgefangenen in den USA, deren Baracken Teile von USA-Militärlagern waren, wurden von den Erregern nicht erfaßt[7062]. Diese immunisierenden Erkrankungen waren sicher nach dem insgesamt dreiwöchigen Transport nach Frankreich verschwunden. Aber: „Nach dem 15. September (1918; d.V.) brachte nahezu jeder Transport, der England und Frankreich erreichte, eine schlimme Grippe-Epidemie an Bord mit, die sich auf Fälle in Militäreinheiten vor der Verschiffung in den Vereinigten Staaten zurückführen ließ“[7063].

Möglicherweise entwickelte sich die Massenimmunisierung in den USA anders als geplant. Die Erkrankungen traten dort in vielen Gegenden auf. Ihre Auswirkungen sind bis heute vorhanden. Sie begannen und waren am heftigsten in Camp Devens in der Nähe von Framingham, Massachusetts[7064]. Verhältnismäßig seltener waren dunkelhäutige Personen betroffen[7065], besonders stark hellhäutige, am häufigsten jüdischer und italienischer Herkunft[7066].

Die gefährlichen, zum Teil tödlichen Massenerkrankungen betrafen zuerst die Kriegsgegner der USA, Großbritanniens und Frankreichs, nämlich Deutschland, Österreich und die Türkei. Dann wurden sie in britischen und US-amerikanischen Kolonien eingesetzt. Ende 1918 dienten sie zur Vernichtung der bürgerlichen Regierung in Rußland. Deutsche Besatzungs-Soldaten in Frankreich und Italien wurden von der Grippe gepackt, getötet. Zivilisten, mit denen sie zusammenlebten, blieben gesund[7067]. In britischen Besitzungen, wie Indien und Südafrika, töteten die Erreger Millionen Menschen. In Südafrika starben gemäß einer Auflistung 128.000 dunkelhäutige Menschen daran, vergleichweise 8,5 mal so häufig wie hellhäutige. Eine Regierungskommission machte dafür Unterernährung und schlechte Wohn- und Hygieneverhältnisse verantwortlich[7068]. Aber gerade derartige Personen waren außerhalb von Südafrika weniger betroffen[7069]. Da hellhäutige Personen anfälliger sind[7070], ist der registrierte Tod von 3% der dunkelhäutigen SüdafrikanerInnen damals Mord gewesen. „Teile Alaskas und die Pazifischen Inseln verloren mehr als die Hälfte ihrer Bevölkerung“[7071]. Dort haben die USA noch heute Guam, Virgin Islands, American Samoa, Republic of Palau, Republic of Marshall Islands, Commonwealth of the Nothern Mariana Islands and Federates States of Micronesia als Kolonien besetzt.

In Rußland trugen Grippe-Erkrankungen zum Ende der bürgerlichen Regierung bei. Dort war die Zarenherrschaft in der Februar-Revolution 1917 durch eine bürgerliche Regierung ersetzt worden. Im Oktober 1917 ergriffen aber die Bolschewisten die Macht in der Hauptstadt St.Petersburg. Die bürgerliche Regierung wich nach Archangelsk aus. Vorgeblich für einen Angriff gegen die 1200 km entfernten Deutschen landeten am 4.September 1918 4500 US-amerikanische Soldaten auf drei britischen Truppentransportern in Archangelsk. Während der Seefahrt war auf zwei der Schiffe Grippe ausgebrochen. Sie verlief harmlos. Keiner der 4500 starb. Die USA-Soldaten sollen alle fließend russisch gesprochen haben. Sie trugen die Gewehre der regulären Verbände der bürgerlichen Regierung. Von Archangelsk drangen die US-Amerikaner in Rußland ein. Sie haben dabei nicht mit konventionellen Waffen gekämpft. Nur 112 von ihnen waren bis zur Abfahrt neun Monate später im Zusammenhang mit Kampfhandlungen getötet. Aber sie brachten Krankheitserreger mit, an denen trotz der Immunisierung auf zweien der Schiffe 60 USA-Soldaten in Rußland starben. Der bürgerlichen Regierung in Archangelsk versetzten sie mit den Erregern den Todesstoß. Bereits Anfang Oktober waren 10.000 russische Personen in Archangelsk erkrankt. Erreger, „besonders virulent“, wurden im Oktober und sogar im November, als schon alles zugefroren war, im Lande verteilt, so daß erst dann der Höhepunkt erreicht wurde. 10% aller Betroffenen starben daran.

Die Grippe-Erkrankungen wurden von den USA-Kriegsberichten, die die medizinischen Fragen der Truppen in Archangelsk behandelten, verschwiegen[7072]. Es gibt weder von staatlicher sowjetischer noch von US-amerikanischer Seite Zahlen der Kranken oder Toten. Hinzu kam noch eine Massenerkrankung mit Salmonellen, die 3,5 Millionen Personen in Rußland befielen. Die Erkrankungen waren ungewöhnlich heftig[7073]. Flecktyphus, Rückfallfieber, Durchfallerkrankungen, Typhus traten als „Seuchenkatastrophe … wie sie … vielleicht in der ganzen Weltgeschichte einzigartig“ dastehen, auf[7074]. Zehn Millionen Menschen, besonders viele davon Kinder, starben daran[7075]. Auch vom Flecktyphus wird eine merkwürdige Auswahl zwischen russischen und tschechoslowakischen und US-amerikanischen Personen berichtet. „Die tschechoslowakischen Truppen, die in inmitten der Epidemie lebten, schafften es, ihr zu entgehen, ebenso die US-Truppen in Sibirien.[7076]

Nervenkrankheiten und Geisteskrankheiten durch Grippe

Der Einsatz von Mykotoxinen ließ viele Krankheiten in Menschen und Tieren aufblühen. Es entstanden damals insbesondere Erkrankungen des Gehirns, die bis dahin kaum eine Rolle gespielt hatten[7077].

Nachtrag  30.3.2020

Auch bei den Ausbreitungen von Covid-19 sind Infektionsverstärker erkennbar. Die Tödlichkeit der Erkrankungen in Iran ist z.B. 25mal stärker als in Deutschland. Das Pilzgift Aflatoxin B kann in Iran aus Pistazien gewonnen werden. Es kommt als Infektionsverstärker in Frage.

 

 

 

Quellen Kapitel 7

 

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Die Soldaten in Kiel gaben den entscheidenden Anstoß für die Kapitulation Deutschlands.
Die epidemiologischen Spuren dieser Massenvergiftungen sind durch Bombardierungen seitens USA, Großbrittaniens am 26. August 1944 getilgt worden. Doch nicht nur militärische Anlagen wurden von den aliierten Bomberflotten getroffen, sondern systematisch auch Wohnviertel
(Nt. In Kiel vor fünfzig Jahren. Frankfurter Allgemeine Zeitung 1994 Aug 26:3 (col 6).)

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In München wurde 1918 die „Räte-Republik“ ausgerufen. Dann wurde die Stadt „Hauptstadt der Bewegung“ der Nationalsozialisten.

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Die epidemiologischen Spuren dieser Massenvergiftungen sind durch die Verbrennungen von geschätzt 80.000 – 200.000 Personen in Dresden am 13. Februar 1945 durch aliierte Bomber getilgt worden. Außerdem sollen sämtliche Personenstandsurkunden verbrannt sein.

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[7075]Pipes R. Die russische Revolution. Band 3. Rußland unter dem neuen Regime. Berlin: Rowohlt, 1993:917.Hier S.124,125,194,195,672,815, 816.

[7076]Pipes R. Die russische Revolution. Band 3. Rußland unter dem neuen Regime. Berlin: Rowohlt, 1993:195.

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Darstellung von Sklavenjagd als afrikanische Maßnahme

„Es war einmal in Afrika“, von Christian Meier. Erschienen in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 18.08.2019, Nr. 33, Seite 45/46.

Von der ‚Sklavenküste‘ an der Bucht von Benin wurden vermutlich etwa drei Millionen Menschen verschifft.“

Der Fremdenführer Oscar Koba will dafür „auch die afrikanischen Eliten nicht aus der Mitverantwortung entlassen: ‚Sklavenhandel gab es auch schon, bevor der weiße Mann auf unseren Kontinent kam‘, sagt er.

Dafür führt Christian Meier als Beleg an, dass z.B. 1860 in einem „‘Warenhaus‘“ in Ouidah, „4000 Sklaven nackt eingesperrt waren.“ Das aber war nur möglich, weil „die europäischen Sklavenhändler den westafrikanischen Herrschern … Alkohol, Waffen und Parfum gegeben hätten.

Nur durch diese Bewaffnung von Quislingen in Afrika mit Waffen und bewußtseinsverändernden Substanzen wurden diese Versklavungen durchgesetzt. Die vorgetragene Behauptung, die Schuld für die Sklaverei habe in Afrika selbst gelegen ist unzutreffend.


Mehr zum Thema Sklavenhandel: Die transatlantischen Sklavenverschleppungen aus dem Buch Morde alle Jubeljahre – Urheber und Methoden von Massenmorden

Reichstagsbrand 27.02.1933

Hannoversche Allgemeine Zeitung, 26.07.2019, „Wer war der wahre Brandstifter?“

Die Eidesstattliche Versicherung des SA-Mitglieds Hans-Martin Lennings (1904-1962) veranlasste ein Korrigieren in vielen Medien: SA-Leute zündelten.
Aber die Medien und Parteien, die 1933 mit der Berichterstattung über den harmlosen Gebäudebrand die Einführung der Diktatur in Deutschland begründeten, bleiben ungenannt. Sie waren die wahren Brandstifter.

Dazu ein Auszug aus dem Buch „Bankiers überm Hakenkreuz“ 2015:

14.1 Reichstagsbrand: Brüning, Ullstein, Frankfurter Zeitung und Vorwärts (SPD) lügen; SPD und KPD halten still

Gestützt auf die „Verordnung zum Schutz des deutschen Volkes“ vom 04.02.1933 unterband Paul von Hindenburg diktatorisch zwei Tage vor dem Reichstagsbrand das Presseimperium des kommunistischen Verlegers Willi Münzenberg mit „Die Welt am Abend“, „Berlin am Morgen“, „Arbeiter Illustrierte Zeitung“ und dem „Neuer Deutscher Verlag“. Die KPD als Partei und Reichstagsfraktion hielt still.

Am Tag nach der Brandstiftung erklärte von Hindenburg durch die „Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat (…) zur Abwehr kommunistischer, staatsgefährdender Gewaltakte“ die Aktivität der KPD als illegal und setzte Hitler als Diktator ein. Und die gesamte offizielle SPD-Presse wurde verboten und die SPD nahm das hin. An Hand von Listen, die von der sozialdemokratischen preußischen Regierung angelegt worden waren und bereits nachmittags mehrere Stunden vor der Brandstiftung an die Polizeistationen in Deutschland verschickt worden waren[1], wurden tausende kommunistische Personen in Lager gesperrt.[2]

Am Morgen nach dem Reichstagsbrand (Bundesarchiv, Bild 146-1977-148-19A / CC-BY-SA 3.0)

In der Nacht des Brandes, am 27.01.1933, vor dem Vorliegen von irgendwelchen Untersuchungen und vor seiner Einsetzung als Langzeitdiktator, verriet Hitler: „Das ist ein von Gott gegebenes Zeichen. Niemand wird uns nun daran hindern, die Kommunisten mit eiserner Faust zu vernichten.[3]

Die Vossische Zeitung der Familie Ullstein, 28.02.1933 Morgen-Ausgabe, wiederholte auf der ersten Seite dreimal, dass „ein holländischer Kommunist“ als Täter verhaftet worden wäre.

Die SPD-Parteizeitung „Vorwärts behauptete trotz zahlreicher SPD-Mitglieder in Polizeiführung und Brandschutz am 28.02.1933, Titelblatt: „Riesenbrand im Reichstag(…) Es liegt Brandstiftung vor(…) Man sucht die Täter(…) müssen die Täter in Kreisen zu suchen sein, die durch ihre Tat ihrem Haß gegen das parlamentarische System Ausdruck verleihen wollten. (die parlamentarisch erfolgreiche NSDAP-Regierung konnte nicht gemeint sein, d.A.). Und wer Brand stiftet, der wird seine Strafe haben.“ „Der holländische Kommunist. WTB (Wolffsches Telegraphenbureau, d.A.) meldet in später Stunde in seinen Berliner Lokalnachrichten, ein niederländischer Kommunist sei der Täter; er habe schon gestanden. Im Gegensatz dazu erklärt die zuständige Polizeistelle, daß diese Gerüchte nicht bestätigt werden können.“[4]

Das Berliner Tageblatt der Familie Mosse, 28.02.1933, Abendausgabe, meldete „130 Verhaftungen“, und dass der „Attentäter(s) … seit 19 Jahren Mitglied der holländischen Kommunistischen Partei“ wäre und vor zwei Jahren einen Paß für eine Reise nach Moskau erworben hätte. Ohne Kommentar oder Frage verbreitete das Blatt die Behauptungen Görings: „In einer amtlichen Meldung wird darüber mitgeteilt: ‚Zum Schutze der öffentlichen Sicherheit wurden noch am Montag abend sämtliche öffentlichen Gebäude und lebenswichtigen Betriebe unter Polizeischutz gestellt. … Gegen zwei führende kommunistische Reichstagsabgeordnete ist wegen dringenden Tatverdachts Haftbefehl erlassen. Die übrigen Abgeordneten und Funktionäre der Kommunistischen Partei werden in Schutzhaft genommen. Die kommunistischen Zeitungen, Zeitschriften, Flugblätter und Plakate sind auf vier Wochen für ganz Preußen verboten. Auf vierzehn Tage verboten sind sämtliche Zeitungen, Zeitschriften, Flugblätter und Plakate der Sozialdemokratischen Partei, da der Brandstifter aus dem Reichstag in seinem Geständnis die Verbindung mit der S.P.D. zugegeben hat.’“ Und das Berliner Tageblatt verbreitete „… Bericht des Reichskommissars für das preußische Innenministerium, Minister Göring … über die Vorgänge bei der Brandstiftung im Reichstag und über das Material, das im Karl-Liebknecht-Haus gefunden wurde. Das Reichskabinett wird auf Grund dieser Mitteilungen noch heute beim Reichspräsidenten den Erlaß einer Notverordnung zum Schutze des Volkes beantragen. Diese Verordnung wird sehr scharfe Maßnahmen enthalten, u.a. soll mit weitgehenden Eingriffen in die persönliche Freiheit zu rechnen sein. Die Wahlen am 5. März sollen auf jeden Fall stattfinden. … Wie wir erfahren, ist die Verhängung des militärischen Ausnahmezustandes nicht beabsichtigt. Die gegen die kommunistische Gefahr ergriffenen Maßnahmen werden aber die gleiche Wirkung wie ein Ausnahmezustand haben. Ein Verbot der K.P.D. kommt, soweit sich bisher übersehen läßt, auch jetzt nicht in Frage. … Auch die Landtagsabgeordneten der K.P.D. sind, soweit sie nicht wegen des Wahlkampfes von Berlin abwesend sind, in Schutzhaft genommen worden.“

Die Frankfurter Zeitung der Brüder Simon verbreitete am 28.02.1933: „Es tauchen Zweifel auf, ob der Verhaftete allein diese ganzen Vorarbeiten ausgeführt haben kann. Man rechnet noch für die kommende Nacht mit energischen Maßnahmen der Polizei, insbesondere mit weiteren Verhaftungen. Das gründet sich besonders darauf, daß man nicht darauf glaubt, Lübbe habe seine Tat alleine begangen. Der Befund im Reichstag zeigt, daß der Täter eine gute Ortskenntnis gehabt haben muß, so daß die Meinung vorherrscht, er habe in führenden Kommunisten, die im Reichstag ein und ausgehen, Helfershelfer. … Die weitere Untersuchung des Reichstagsbrandes hat ergeben, daß die zur Brandstiftung verwendeten größeren Mengen Benzin oder Petroleum nicht auf einmal vom Täter unbeobachtete ins Gebäude geschafft sein können. Die Flüssigkeiten müssen ferner irgendwo aufbewahrt worden sein, und man vermutet einen engen Zusammenhang zwischen dem Täter und Personen, die dauernden Zutritt zu den Zimmern der kommunistischen Fraktion im Reichstag haben. In diesem Zusammenhang verdient die Meldung Erwähnung, daß der kommunistische Abgeordnete Torgler in Begleitung eines zweiten Abgeordneten kurz vor Ausbruch des Brandes in großer Eile das Reichstagsgebäude verlassen habe.“ Und weiter behauptete die Frankfurter Zeitung: „Verhaftung zahlreicher kommunistischer Führer. Berlin, 28. Febr. Da zahlreiche Anzeichen darauf hinweisen, daß die Brandstiftung im Reichstag der Beginn einer vorbereiteten großen kommunistischen Terrorserie ist, sind noch am späten Abend umfangreiche Maßnahmen gegen die KPD unternommen worden, u.a. wurde eine Reihe kommunistischer Führer in Schutzhaft genommen, um jeder Verdunkelungsgefahr vorzubeugen.

Einen Tag später, am 01.03.1933 wiederholte der nationalsozialistische „Völkischer Beobachter“ diese Lügen und Verharmlosungen: „Die Verhaftung der kommunistischen Abgeordneten. 130 bolschewistische Führer im Polizeipräsidium festgesetzt. Berlin, 28. Februar. Da die Beweise vorliegen, daß die Brandstiftung im Reichstage der Beginn einer vorbereiteten großen kommunistischen Terrorserie sein soll, und noch am späten Abend umfangreiche Maßnahmen gegen die K.P.D. unternommen wurden, u.a. wurde eine Reihe kommunistischer Führer und Abgeordnete in Schutzhaft genommen, um jeder Verdunkelungsgefahr vorzubeugen.“

Neue Zürcher Zeitung verbreitete gestützt auf das Wolffsches Telegraphenbureau ebenfalls fast wortgleich: „Es ist offenbar, daß in den nächsten Tagen mit weitern Terrorakten der Kommunisten zu rechnen ist. Die Berliner Polizei … . Die bisherige Untersuchung hat ergeben, daß die Brandstiftung im Reichstag nur der Beginn einer ganzen Serie von Terrorakten von Seiten der Kommunistischen Partei darstellt. Es sind noch während des gestrigen Abends eine Reihe von Maßnahmen gegen die Kommunistische Partei vorgekehrt worden. So wurden u.a. mehrere kommunistische Führer in Schutzhaft genommen.[5]

Ex-Reichskanzler Heinrich Wilhelm Brüning behauptete wenige Tage nach dem Brand im Hinblick auf kommunistische Täterschaft: „(…) Aber die Regierung besitzt die Beweise hierfür.“[6]

Am 01.08.1933 veröffentlichte Münzenberg in Paris das „Braunbuch über Reichstagsbrand und Hitlerterror“. Darin wurden die Nazis der Brandstiftung geziehen.[7] Hitler mußte angesichts Braunbuch und der Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen später von seiner und der anderen Antikommunisten Behauptung Abstand nehmen: „Als er (Hitler, d.A.) wieder einmal, in seiner Rede an das Ausland am 21. Mai 1935, die Schandtaten des Kommunismus in voller Breite aufzählt, keinen Streik, keinen Straßenkampf vergißt, – nennt er den Reichstagsbrand nicht.[8]

Das Ermächtigungsgesetz vom 23.03.1933, das die Notverordnungs-Diktatur Hindenburgs zur Langzeit-Diktatur Adolf Hitlers vergrößerte, wurde von der NSDAP, vom Zentrum und allen liberalen und konservativen Abgeordneten beschlossen.[9]

KPD und SPD hätten die für das Ermächtigungsgesetz notwendige Zwei-Drittel Mehrheit vielleicht verhindern können, wenn die 81 KPD-Abgeordneten der SPD-Fraktion beigetreten wären. Und von 120 SPD-Abgeordneten, stimmten nur 94 dagegen. 26 stimmten nicht dagegen: 11 fehlten wegen „Krankheit“, neun waren verhaftet, sechs enthielten sich der Stimme.[10] KPD-Fraktion und SPD-Fraktion zeigten, dass auch sie das entscheidende Gesetz zur Einführung der Langzeit-Diktatur nicht verhindern wollten.[11]

Wegen des Reichstagsbrandes wurden im Oktober 1933 Ernst Torgler, der Fraktionschef der kassierten KPD im Reichstag und Georgi Dimitroff, der Chef der Weltzentrale der „Kommunistischen Internationale“, die Komintern-Funktionäre Popoff und Taneff sowie Marinus van der Lubbe, mit niederländischen und angeblich kommunistischen Papieren (er war 1931 aus der KP der Niederlande ausgeschlossen worden), vor dem Reichsgericht in Leipzig angeklagt. Das Verfahren wurde und wird als fair porträtiert. Die „Kommunistische Internationale“ veranstaltete unmittelbar vor dem Prozess in London ein internationales Tribunal zum Reichstagsbrand. Der jüdische „Staranwalt“ Arthur Garfield Hays aus New York, Anwalt der Bürgerrechte Union (ACLU), war Mitveranstalter. Anschließend nahm er als Prozessbeobachter am Reichstagsbrand-Prozess in Leipzig/Berlin teil. Kurz vor der Urteilsverkündung flog er nach New York und behauptete dort in Interviews, die Prozessführung sei rechtsstaatlich einwandfrei. Diese Vortäuschung von Gerechtigkeit im nationalsozialistischen Deutschland wiederholte er 1942. Damals ließ er seine Autobiographie „City Lawyer“ drucken.[12] Das diente zur Beruhigung potentieller Insassen von Konzentrationslagern.

Scheinbar kühn provozierte im Prozess Georgi Dimitroff den Hermann Wilhelm Göring zu dessen gespielt hilflosen Wutausbrüchen. Göring ließ ihn die Schau und den Prozess am 23.12.1933 gewinnen. Torgler und Dimitroff enttarnten die National-Sozialisten nicht als offenkundige Brandstifter, griffen sie nicht frontal an. Sie machten lediglich ihre eigenen Alibis wasserdicht und wurden freigesprochen. Aber der diagnostizierbar geisteskranke Marinus van der Lubbe wurde nach fingierten Beweisen als Alleintäter durch das Reichsgericht in Leipzig ermordet[13]. Der „Völkischer Beobachter“ täuschte Wut über die Freisprüche vor. Dimitroff fuhr dann unbehelligt in die Sowjet-Union. Torgler kam von Dezember 1933 bis August 1935 ohne Zusammenhang mit dem Prozess in ein Konzentrationslager.[14] 14 Monate danach, im Januar 1937, wurde er im Propagandaministerium von Goebbels angestellt. „Er soll nicht an die Öffentlichkeit treten,“ notierte Goebbels in seinem Tagebuch. Er bekam „vom Führer“ 800 Mark monatlich.[15] Er arbeitete im Frühjahr 1940 an dem Sender der kommunistischen Partei Frankreichs (PCF)  „Radio Humanite“ mit, der in Zusammenarbeit mit der NS-Regierung die Eroberung Polens durch Deutschland und die Sowjet-Union verteidigte und die französische Parteinahme für Polen zu verhindern suchte. 1945 wurde Torgler, ehemalig Mitarbeiter von Lenin-Stalin-Goebbels, Mitglied der SPD.

14.2. Augstein & Co, Fackelträger des Reichstagsbrandes

Kein kluger Kopf konnte auf die Idee kommen, nicht die NS-Führung hätte den pyrotechnisch anspruchsvollen Brand legen lassen.

Die damaligen Vergewaltigungen der Wahrheit nicht nur durch die NS-Regierung sondern auch durch Angehörige der Verlegerfamilien Simon, Ullstein, Wolff, dann im Jahre 1949 durch Heinrich Schnitzler/Rudolf Diels, dann 1959, 1960, 1992 und 2001 erneut durch Rudolf Karl Augstein, 1961 durch Sefton Delmer (Verlag Secker & Warburg, London) und Hans Rothfels vom Institut für Zeitgeschichte, 1964 durch Hans Mommsen, 1965 durch das Berliner Landgericht, 1986 durch Karl-Heinz Janßen, Die Zeit[16], 2001 durch Henning Köhler und Daniel Körfer („Nein, die Nationalsozialisten haben den Reichstag nicht angezündet, sondern Marinus van der Lubbe…“[17]) Frankfurter Allgemeine Zeitung und Sven Felix Kellerhoff, Die Welt, beweisen, dass diese Personen Mitbrandstifter waren beziehungsweise heute die unter einer Schicht demokratischer Asche glimmende nationalsozialistische Lügenglut als Fackelträger weiter tragen. Sie konnten es nach 1945 wagen, ihre Freisprüche für Hitlers Brandstiftung zu publizieren, weil die Sowjet-Union die beschlagnahmten Ermittlungsakten „Fonds 551“ geheim hielt.[18]

Rudolf Augstein wußte 1933 Bescheid: „Ich wuchs in politische Gespräche hinein … bei uns war ja auch alles klar. …, wer den Reichstag angezündet hatte. Das waren die Nazis.[19] Aber 2001 hatte er eine Unschuld der Nazis mit innersten Gedanken Adolf Hitlers beweisen lassen.

Noch Jahre danach war Hitler überzeugt, Kommunisten… seien die Brandstifter gewesen … dass Hitler, der nun wirklich über eine Anstiftung aus Nazi-Kreisen hätte Bescheid wissen müssen, von der Schuld der KPD ausging[20]. Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung behauptete im Jahre 2008, Göring habe geglaubt, die Kommunisten wären die Brandstifter und auch heute kämen Hitlers Leute als unschuldige Beobachter in Frage. „Für den preußischen Innenminister (Göring, d.A.) war die Sache klar: ´´Das ist der Beginn des kommunistischen Aufstandes, sie werden jetzt losschlagen. Die Frage der Täterschaft, … ob Hitlers Staat teuflisch-planerisch … agierte, … konnte auch Karlsruhe nicht entscheiden.“[21]

Eine Brandstiftung ausschließlich durch van der Lubbe ist so offenkundig absurd, dass die normal intelligente LeserIn grübelt: Warum behaupten die das?

Antwort: Sie lenken mit der Bestreitung der Brandstiftung durch die National-Sozialisten davon ab, dass es erwiesen ist, dass Kommunisten nicht die Täter waren. Diese waren aber am Tag nach der Brandstiftung, von Reichspräsident Paul von Hindenburg durch die „Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat (…) zur Abwehr kommunistischer, staatsgefährdender Gewaltakte(…)“ an politischer Betätigung gehindert worden und ihre trotzdem am 05.03.1933 gewählten Vertreter im Reichstag waren gehindert worden, am 23.03.1933 als KPD-Parlamentarier an der Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz teilzunehmen. Dieser Akt von Willkür und Gewaltherrschaft seitens des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg war von allen anderen Parteien des Reichstages, von allen Juristen, Beamten und von den noch zugelassenen Journalisten mitgetragen worden: Sie ebneten der Hitler-Diktatur bewußt den Weg.

[1] Köhler O. Diese Woche ist der Spiegel stumm. Junge Welt 29.03.2008:10

[2] Darunter befanden sich nur zwei Personen mit jüdischem Hintergrund; die kommunistischen Rechtsanwälte Hans Litten und Alfred Apfel. Die KPD-Führung hat 1933 keine einzige jüdische Person in den Reichstag wählen lassen. (Im September 1932 sechs). So wurde es Verantwortlichen in den USA wie Warburg, Wise und Roosevelt erleichtert, einen Boykott Deutschlands zu verhindern, weil es keine Beweise für Misshandlungen von Juden gäbe, (s. Kapitel USA).
Der SPD-Vorstand hat am 19.06.1933 seine jüdischen Mitglieder abgewählt. So konnte am 22.06.1933 die Regierung die SPD verbieten, ohne rassistische jüdische Gefühle im Ausland zu strapazieren. Die Abgewählten Otto Wels, Paul Hertz, Victor Schiff, Emil Kirschmann, Friedrich Stampfer und Johannes Vogel hatten vorher Propaganda-Reisen für die nationalsozialistische Regierung zu SPD-Bruderparteien im Ausland angetreten. Angeblich wollten sie damit die Wiederzulassung der SPD- Presse veranlassen.
Z.B. „Vorwärts“-Chefredakteur Friedrich Stampfer und Johannes Vogel bekamen vom preussischen Ministerpräsidenten Hermann Göring ausgestellte Pässe, mit denen sie nach Frankreich-Saarland fuhren und unter den Saar-Bergwerkarbeitern dort für den Anschluß an Hitler-Deutschland erfolgreich warben. Sie manövrierten die saarländischen Kohle- und Rüstungskapazitäten des Röchling-Konzerns zum Angriffspotential Adolf Hitlers dazu.

[3] Olden, Hitler:277-8

[4] Vorwärts, 28.03.1933, Titelblatt

[5] Neue Zürcher Zeitung 28.08.1933

[6] Olden. Hitler:283

[7] Münzenberg wurde am 07.10.1937 aus der KPD ausgeschlossen und 1940, nach seinem radikalen Angrif auf den deutsch-sowjetischen Freundschaftspakt und den gemeinsamen Überfall der Paktverbündeten auf Polen, ermordet.

[8] Olden, Hitler:292

[9] Auch das Parlament Österreichs betrieb am 04.03.1933 die Einführung der Diktatur. Die sozialistisch, konservativ, liberalen Parlamentspräsidenten Renner, Ramek und Straffner machten freiwillig Platz für den faschistischen Diktator Dollfuß.

[10] z.B. Kurt Löwenstein, SPD-MdR, legte sein sozialdemokratisches Mandat nieder (Hiller H. Kürschners Volkshandbuch Deutscher Reichstag 1933, Berlin 1933:75) und trat der NSDAP-Fraktion bei. (Adam UD. Judenpolitik im Dritten Reich. Düsseldorf 1972:124)

[11] In 120.000er Auflage erschien 1933/34/35 wöchentlich in Zusammenarbeit von SPD und Gestapo die Publikation „Blick in die Zeit“ für SPD-Mitglieder.
Am 17.05.1933 stimmten die verbliebenen SPD-Reichstagsabgeordneten im Reichstag der außenpolitischen Friedensverkündung Adolf Hitlers zu. Anschließend sangen sie zu Tränen gerührt mit den nationalsozialistischen Abgeordneten: „Deutschland, Deutschland über alles…“.

[12] Cullen MS. In Berlin. Leserbrief Frankfurter Allgemeine Zeitung 02.02.2004:10

[13] Auf Bandstiftung stand zur Zeit der Tat nicht die Todesstrafe.

[14] Erst 1935 wurde er aus der KPD ausgeschlossen.

[15] Ein Studienrat bekam damals 375 Reichsmark monatlich.
Burian P. Hitler, Goebbels und der Reichstagsbrand. Leserbrief Frankfurter Allgemeine Zeitung 13.03.2001:9

[16] Die Zeit, 21.02.1986

[17] FAZ 22.03.2013

[18] Dieses war z.B. dem Spiegel-Autor Fritz Tobias bekannt. (Tobias F. Der Reichstagsbrand. Rastatt 1962 :94). Die Akten wurden 1982 von der Sowjet-Union an das Zentrale Parteiarchiv der DDR übergeben. Auch die DDR hielt sie geheim. Auch Moskau und Berlin-Hauptstadt waren Helfer für die Kontinuität der Besitzverhältnisse in Deutschland einschließlich der dazugehörigen Zerschlagung der KPD. Heute haben Hersch Fischler, Alexander Bahar, Wilfried Kugel das seit 1990 erreichbare Material ausgewertet.

[19] Augstein R. Erinnerung kann man nicht befehlen. Spiegel 46/2002

[20] Spiegel 15/2001

[21] Sattar M. Spätes Recht für van der Lubbe. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11.01.2008:1