Weltkrieg mit Biologischen Waffen durch die USA und Großbritannien

Aus dem Buch AIDS, Herkunft, Verbreitung und Heilung, Köln 1994:

7.1    Grippe, Vorgängerin von AIDS

Grippe, Erscheinung, Ausbreitung – Einsatz von Grippe-Erkrankungen durch Großbritannien 1889 – Grippe-Einsatz gegen einheimische Bewohner Kanadas – Grippe gegen die russische Konkurrenz – Grippe zur Aufrechterhaltung britischer Positionen – Großbritannien wenig betroffen – Die Grippe 1918, hervorgerufen durch Mykotoxine – USA und Großbritannien verbreiten die Krankheitsursachen – Nervenkrankheiten und Geisteskrankheiten durch Grippe – Grippe, Maidismus, Favismus, Maedi, Visna

 

Sechs der AIDS-Erkrankungen bzw. deren Erreger wurden im Zusammenhang mit den Grippe-Massenerkrankungen 1918/1919 bzw. des ersten Weltkrieges bedeutend: Die Ausgangsviren für HIV, nämlich die Erreger der Ansteckenden Blutarmut der Pferde (EIAV), die Cytomegalieviren, die Epstein-Barr-Viren, die Hirntoxoplasmose, die Pneumocystis carinii-Lungenentzündung und Isospora belli (s. die jeweiligen Abschnitte im Kapitel 6). Durch die Grippe-Massenerkrankungen 1918-23 wurden schätzungsweise mindestens 20 Millionen Menschen getötet[7000], möglicherweise 40 Millionen. Allein in der damaligen britischen Kolonie Indien sollen dadurch 20 Millionen Menschen gestorben sein[7001]. 1918 entschied diese Erkrankung von Millionen deutscher Soldaten und der Tod von 400.000 Menschen in Deutschland den ersten Weltkrieg. In Rußland töteten sie 10 Millionen Menschen und beseitigten dadurch die bürgerliche Regierung. Diese Massenerkrankungen wurden von den Regierungen Großbritanniens und der USA durch Versprühen von Mykotoxinen entfacht.

Grippe, Erscheinung, Ausbreitung

Über die allgemein bekannte, harmlose Grippe braucht hier nur gesagt zu werden, daß sie nach ca. zehn Tagen ausgeheilt ist und dann nicht ansteckend sein kann. Schon in früheren Jahrhunderten gab es besonders in Ländern nördlich des 40. Breitengrades Grippe-Epidemien[7002]. Grippe kann mit Grippe-Viren verbunden sein. Die Ausbreitung dieser Viren ist bis heute angeblich ungeklärt. Wie kann ein Grippe-Stamm in einem Menschen oder einem Tier entstehen und über Zehntausende von Kilometern in wenigen Tagen hundert Millionen Menschen krankmachen? Ansteckung von Mensch zu Mensch scheidet dafür aus. Die Übertragung durch die Luft scheidet aus, weil dafür jeweils Hunderttausende Menschen in einer Reihe quer zum Wind gleichzeitig in Windrichtung mit unvorstellbarer Kraft nach oben husten müßten; und zwar nur in regenfreien Nächten, da Sonnenlicht die Viren tötet und Regen die Erreger in den Boden wüsche. Es kommt in Frage, daß die Erreger bereits vorhanden sind und durch immununterdrückende Einflüsse angehen können. Dafür kommen Pilzgifte, Mykotoxine in Frage. Sie sind licht- und temperaturbeständig. Und sie werden besonders in kühl-feuchter Witterung, im Frühjahr und Herbst freigesetzt. Sie ermöglichen das Aufblühen vieler Krankheitserreger.

Einsatz von Grippe-Erkrankungen durch Großbritannien seit 1889

(alle Daten dazu aus Lenhartz[7003] und Leichtenstern[7004], soweit nicht anders angegeben.)

Besonders seit 1889 erkrankten in Indien, Südafrika, der Türkei, in Griechenland, Persien, Rußland, Turkistan in strategisch wichtigen Stellen und besonders innerhalb strategisch wichtiger Projekte sehr viele Menschen an Grippe. Den unnatürlichen Massenerkrankungen war gemeinsam, daß die Schwächung und das Sterben der betroffenen Menschen der Aufrechterhaltung britischer Eroberungen in der Welt und Ausdehnung auf die Ölquellen in Rußland, Persien, Irak förderlich war. Millionen wurden dadurch getötet: Indianische US-AmerikanerInnen, Eskimo-AmerikanerInnen in Alaska, dunkelhäutige BewohnerInnen Sierra Leones, Ghanas, Südafrikas, Indiens.

Grippe-Einsatz gegen einheimische Bewohner Kanadas

Im Mai 1889 erkrankten plötzlich in Athabasca, im damaligen British North America, Mitte Dezember 1889 in den dünnbesiedelten North-West Territories in weit auseinanderliegenden Regionen Kanadas viele Menschen an Grippe. „Die Invasion und der Ausbruch der Influenza in diesem enormen Territorium erfolgte meist gleichzeitig in weitester Ausdehnung gleichzeitig auf den weit auseinander liegenden, durch Eisenbahnen nicht verbundenen Forts Mac Leod, Saskatschewan, Prince Albert und den anderen militärischen Posten; gleichzeitig ferner auch in den zerstreuten Indianer-Gemeinden und Stämmen, zwischen welchen nur sehr geringer Verkehr besteht.“[7005].

Grippe gegen die russische Konkurrenz

In Buchara, im Persien benachbarten zu Rußland gehörenden Turkistan, wurde eine strategische Eisenbahn gebaut. Rußland konnte mit Hilfe der Bahn eine rasche Verbindung zu verschiedenen Ölquellen der Region und nach Indien schaffen. „Als ob sich eine Wolke krankmachend herabsänke“ erkrankten plötzlich während strahlendem Sonnenschein-Wetter, wie in Kanada, seit Mai 1889 bis August 1889 die den Eisenbahnbau ausführenden Europäer und die russischen Soldaten an Grippe. Auffallend viele fingen an zu bluten. Im Juli 1889 waren 50% der Bevölkerung erkrankt. Dann erkrankten Menschen in Sibirien und innerhalb von zwei Tagen am 31. Oktober im Kaukasus, in St. Petersburg, am 1.November in Viatko, Moskau, Riga, Vilna, Tver, Pskov, Sewastopol, Kaluga[7006].

Grippe zur Aufrechterhaltung britischer Positionen

Im Juni 1889 erkrankten viele Menschen in Australien an Grippe[7007]. In Boston begannen die Erkrankungen am 17.Dezember, in New York am 19.Dezember 1889. Ende Dezember 1889 brachte ein USA-Kriegsschiff die Grippe nach Gibraltar. Anfang Januar 1890 wurden Kairo, Alexandria, Marocco, Algier, Tunis, Tripolis, Kap Verdische Inseln, Teheran, Antigua (Westindische Inseln), Kapstadt, (die Fahrt von London in den Sommer von Kapstadt dauerte gewöhnlich 20 Tage) angesteckt. In Kapstadt wurden die Krankheitsauslöser durch die Luft verbreitet[7008]. Mitte Januar war Honululu fällig, Ende Januar Mexiko („auf entsetzliche Weise„), Guatemala, Tobago. Anfang Februar Buenos Aires, Montevideo, Santos, Rio de Janeiro, Pernambuco, Nevis (Antillen). Colombo (Sri Lanka) wurde durch das britische Kriegsschiff „Himalaya“ angesteckt: sieben Tage nach Einlaufen erkrankten schlagartig sehr viele Einwohner. In sämtlichen Küstenorten Südafrikas erkrankten Menschen[7009]. In Hudson Bai, Saskatchewan, Winnipeg, Neufundland brachen in verkehrsarmen, weitentlegenen Gebieten Grippeerkrankungen aus. Nur britisches Militär konnte dafür verantwortlich sein. „ Es ist bezeichnend, daß alle Nachrichten aus Nord-Amerika sowohl aus den Vereinigten Staaten als aus Kanada (und Mexiko) darin übereinstimmen,… dass hierdurch ganz besonders die eingeborene Bevölkerung in erschreckender Weise betroffen wurde; ganze Indianer-Reservationen sollen vernichtet sein.[7010] Mitte Februar: Freetown (Sierra Leone), Gambia, Havanna (Kuba). Ende Februar: Lucknow (Indien), Bombay (nach Anlegen eines britischen Kriegsschiffes erkrankten dort schlagartig sehr viele[7011]; nach wenigen Tagen mußten die Schulen geschlossen werden[7012]); Delhi, Singapore, Hongkong. In Indien war die Ausbreitung „eng mit den Bewegungen europäischer Truppen verbunden …[7013]). Anfang März: Chile, Peru, Sultanabad (Iran). Mitte März: Kalkutta (große Zahl: „alle nur im Eingeborenenviertel[7014]), Madras (Indien). Ende März: Sansibar, Lesotho, Togo, Kamerun, Borneo. Anfang April: Natal (Südafrika), Ghana, Burma, Tientsin (China), Malakka, Hodeidah (Arabien), Callao (Peru). Mitte April: Guayaguil, Qito (Ecuador), Barbados. Ende April: Botswana, Mauritius. Anfang Mai: Mandalay (Indien). Ende Mai: mehrere Orte in Natal. Juni: Trinidad. Juli: Senegambia, Madagaskar, Quelimane (Mosambik). August: Katunga (Malawi), Jamaika. September: Reunion. November: Aethiopien.

Großbritannien wenig betroffen

Während bei strahlendem Sonnenschein in Afrika, Indien, in der Karibik, in Rußland, Nordamerika, Südamerika Menschen an Grippe erkrankten und starben, wurde Großbritannien (damals mächtigster, am stärksten industrialisierter und verkehrstechnisch am besten erschlossener Staat der Erde mit den regsten Handelsverbindungen und klassischem Grippewetter) spät und langsam befallen. „Es sei ferner an die auffallend langsame Verbreitung der Seuche in England erinnert. Muss es nicht Wunder nehmen, dass dem am 11.December inficirten London erst Ende December, resp. Anfang Januar Städte nachfolgten von dem Range wie: Birmingham, Manchester, Glasgow, Sheffield, Liverpool, Edinburgh u.a., … In dem rein ländlichen Districte Salford (England) hatte die Influenza den Zeitraum von vier Monaten (December bis März) zu ihrem Umzug nothwendig.“[7015] . Die Verbringung der Erreger, die den Tod von Millionen Menschen in Indien, Afrika, Nord- und Südamerika (Fachleute nennen 20 Millionen[7016]) bewirkten, dauerte von London nach Kalkutta und Bombay genau so lange wie zum 5km vor Manchester an der Eisenbahnlinie gelegenen Vorort Salford. In England gab es die geringste Erkrankungsrate: in London erkrankten 24% der Bevölkerung an Grippe[7017]. In ganz Frankreich 70%.

Die Grippe 1918, hervorgerufen durch Mykotoxine

1918 erkrankten und starben Menschen an Grippe wie vorher nie und seitdem nicht mehr. Diese Erkrankungen sollen von WP Dunbar 1915 prophezeit worden sein[7018]. Der aus Großbritannien stammende US-Amerikaner Dunbar, Direktor des Hygiene-Instituts der Stadt Hamburg, wurde 1915 von der deutschen Regierung nach China in die Mandschurei geschickt für Seuchen-Forschungen. Die dortige Gegend wird als eine Region ungewöhnlich starken Bewuchses mit Schimmelpilzen auf Getreide[7019] beschrieben. Als Ursache kommt ein verhältnismäßiger Mangel des Elementes Selen im Boden in Frage. Die Gegend ist als selenarm ausgewiesen[7020]. Dort soll er vorausgesagt haben, daß die 1915 in der Mandschurei ausgebrochene Seuche, eine typische Grippe, 1918 – angepaßt an die Bedingungen in verschiedenen Staaten – über die ganze Welt verbreitet werden würde[7021]. Die Erkrankungen begannen zugleich in vielen Personen[7022]. Die Ausbreitung wird als „explosionsartig“ beschrieben[7023]. … „explosionsartiges Auftreten von Influenza in einer nahe Dresden gelegenen großen Munitionsfabrik Mitte Juni. Dort traten innerhalb 24 Stunden gegen 100 Erkrankungen auf, davon 70 allein während einiger Vormittagsstunden. … In einem Saal waren sämtliche 30 Arbeiterinnen … krank geworden.[7024]

Eine Versicherungsgesellschaft der USA berechnete, ob es einen Zusammenhang zwischen Bevölkerungsdichte und Ausbreitung der Grippe gäbe. „Das Ergebnis berechtigt zu dem Schluß, daß relative Bevölkerungsdichte überhaupt nichts mit der Explosivität des Grippe-Ausbruchs zu tun hatte[7025]. Es ist vielfach bewiesen, daß die massenhafte Ausbreitung nicht durch Ansteckung von Person zu Person geschah[7026]. Die Krankheitserscheinungen begannen abrupt „ganz plötzlich … mitten in der Arbeit[7027], „mit Ohnmachtsanfällen beginnend[7028], ließen sich auf eine Stunde genau angeben[7029]. Es war typisch, daß Soldaten beim Wacheschieben im Freien oder beim Marschieren eine brennende Reizung des Nasenrachenraumes verspürten[7030], unter trockenem Husten, Augenbindehautreizung[7031], Nasenschleimhautkatarrh und Niesen litten[7032]. Einzig die Luftröhre war bei allen Untersuchten stets entzündlich verändert[7033]. Das Einatmen von Staub wurde mit dem Krankheitsausbruch in Zusammenhang gebracht[7034]. „… bei den (österreichisch-deutschen; d.V.) Sturmtruppen, welche in die italienischen Schützengräben eindrangen,“ wurden „Erkrankungen festgestellt, welche anfänglich als Gasvergiftungen gedeutet wurden, sich aber späterhin als Grippefälle aufklärten…[7035]. „… die Leute sind geradezu erstickt. Vielfach starben sie außerordentlich rasch.“[7036] Die Schädigungen der inneren Organe bestanden z.T. in sonst äußerst seltenen Formen „Mykotischer Endarteriitis pulmonalis, … Schädigung der Klappen“ (des Herzens; d.V.) „…, die toxischer Natur ist…[7037], „Mykotische Endokarditis … mykotisch embolische Form der Grippe – Enzephalitis[7038], „durch Toxinwirkung[7039] waren „rein toxisch[7040] bzw. „toxischen Ursprungs[7041]. Eingeatmet wurden offensichtlich toxische Stoffe, die Schädigungen, wie durch Pilze hervorgerufen, anrichteten.

Die an Grippe erkrankten Personen waren durch eine Schwächung des Immunsystems gekennzeichnet[7042], die auch für Mykotoxin-Wirkung kennzeichnend ist. Zur selben Zeit traten damals z.T. bei Hunderttausenden Menschen weitere Krankheiten in denselben Gebieten auf, die ebenso auf eine plötzliche Immunschwäche hinweisen: Kopf-Typhus und andere Hirnhautentzündungen, Fünftagefieber, Keuchhusten, Herpes-Infektionen, Lungenentzündungen einschließlich Pneumocystis carinii-Lungenentzündung, seuchenhafte Gehirnentzündung, allgemein schwere Reaktionen nach Impfungen <s. A148>.

Die entscheidenden Auslöser der damaligen Grippe
  • unterdrückten demnach Immununreaktionen,
  • bewirkten mykotoxische Veränderungen an Organen,
  • waren in Staub/Luft enthalten,
  • bewirkten plötzliches Brennen an Augen, Rachen, Nase
  • von gleichzeitig Hunderten von Menschen.

Dafür kommen nur Mykotoxine in Frage. Auf Getreide in der Mandschurei wachsende Pilzsporen waren schon 1891 als Ursache von Gesundheitsstörungen wie Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, Störung der Sehkraft und trunkenheitartige Bewegungsstörungen beschrieben worden[7043]. Die Ausbreitung von Pilzsporen durch die Luft ist seit 1917[7044] und seit 1921 nachweisbar mit Flugzeugen und Piloten der USA-Streitkräfte untersucht worden[7045].

USA und Großbritannien verbreiten die Krankheitsursachen

Seit 1915 waren besonders in britischen militärischen Einheiten unbedeutende Häufungen normaler Grippeerkrankungen aufgetaucht. Seit September 1917 waren in mindestens 26 Lagern der USA-Streitkräfte in den USA, in denen Truppen für den Kampf gegen Deutschland zusammengezogen wurden, harmlose Grippe-Massen-erkrankungen aufgetreten[7046]. Im April 1918 setzten sich die Massenerkrankungen unter britischen[7047] und im April und im Mai unter US-amerikanischen und französischen Truppen in Frankreich fort[7048]. Diese Erkrankungen waren harmlos und schützten durch Immunität vor der zweiten Massenerkrankung[7049].

Die millionenfachen Grippeerkrankungen traten in zwei Wellen, Mai bis Juli und ab September 1918, auf. Eine z.T. sich tödlich auswirkende Massenerkrankung an Influenza begann am 16. Mai 1918 in der Garnison in Kiel[7050] Sie wurde im Juni 1918 in Deutschland[7051] und unter deutschen Soldaten in Frankreich verbreitet. „Acht bis zehn Tage“ nach Eroberung französischer Stellungen erkrankten „plötzlich“ Soldaten des daran beteiligten deutschen Bataillons „gehäuft“ an Influenza[7052]. „Im Felde erkrankt von einem Regiment zunächst nur das Bataillon, das im Nahkampf mit den Amerikanern stand, unmittelbar nach diesen Gefechten…[7053] Im Juli erkrankten 18% der deutschen Soldaten im Westen an Grippe, 60% aller Erkrankungen deutscher Soldaten bestanden in dieser Krankheit[7054]. „Vor allem aus den großen industriellen Betrieben (Rüstungsbetrieben; d.V.) im Norden“ von München[7055] oder „in einer … großen Munitionsfabrik“ in Dresden erkrankten Massen von Beschäftigten an Influenza[7056]. Unter Schwangeren und Wöchnerinnen in Krankenhäusern[7057] und verwundeten Soldaten in Lazaretten[7058] wurden die Erreger bevorzugt verbreitet. Deutschland und Österreich, die den Krieg gegen Rußland gewonnen hatten, Belgien und Teile Frankreichs und Italiens seit vier Jahren besetzt hielten und in Frankreich 1918 militärisch siegreich vorgingen, wurden durch Grippe und damit verbundenen heftigen Durchfall gestoppt. „..ist neutralen Blätterstimmen zu entnehmen; so schreibt der Militärkritiker der ‘Gazette de Lausanne’ (Gazette de Lausanne vom 18. Juli 1918) zum Beispiel … ‘les operations militaires etaient serieusement retardees par l’epidemie’..[7059] (die militärischen Operationen wurden durch die Epidemie ernsthaft verzögert; d.V.). In Italien starben 500.000 italienische Personen an Grippe; die Geburtenrate z.B. in Piemont ging um 50% zurück.[7060] Diese möglichen Mykotoxinfolgen auch unter ihren Bundesgenossen ersparten den USA und Großbritannien eigene Verluste beim Kampf gegen Österreich-Deutschland dort.

Viereinhalb Monate später, am 11.November 1918, unterzeichneten deutsche Befehlshaber die Kapitulation.

Die Krankheit äußerte sich in heftiger Lungenentzündung, war in 3% aller Fälle tödlich. In Städten wie Köln wurden die Toten in Massenreihengräbern eingegraben (Augenzeugen). In Deutschland starben 1918 400.000 Menschen an Grippe, 25% aller Toten (eigene Berechnung). Bis 1923 sollen dort insgesamt 800.000 Menschen an der Grippe-Massenerkrankung gestorben sein[7061].

In den USA waren seit September 1917 in vielen Militärlagern Massenerkrankungen mit harmloser Grippe aufgetreten. Die deutschen Kriegsgefangenen in den USA, deren Baracken Teile von USA-Militärlagern waren, wurden von den Erregern nicht erfaßt[7062]. Diese immunisierenden Erkrankungen waren sicher nach dem insgesamt dreiwöchigen Transport nach Frankreich verschwunden. Aber: „Nach dem 15. September (1918; d.V.) brachte nahezu jeder Transport, der England und Frankreich erreichte, eine schlimme Grippe-Epidemie an Bord mit, die sich auf Fälle in Militäreinheiten vor der Verschiffung in den Vereinigten Staaten zurückführen ließ“[7063].

Möglicherweise entwickelte sich die Massenimmunisierung in den USA anders als geplant. Die Erkrankungen traten dort in vielen Gegenden auf. Ihre Auswirkungen sind bis heute vorhanden. Sie begannen und waren am heftigsten in Camp Devens in der Nähe von Framingham, Massachusetts[7064]. Verhältnismäßig seltener waren dunkelhäutige Personen betroffen[7065], besonders stark hellhäutige, am häufigsten jüdischer und italienischer Herkunft[7066].

Die gefährlichen, zum Teil tödlichen Massenerkrankungen betrafen zuerst die Kriegsgegner der USA, Großbritanniens und Frankreichs, nämlich Deutschland, Österreich und die Türkei. Dann wurden sie in britischen und US-amerikanischen Kolonien eingesetzt. Ende 1918 dienten sie zur Vernichtung der bürgerlichen Regierung in Rußland. Deutsche Besatzungs-Soldaten in Frankreich und Italien wurden von der Grippe gepackt, getötet. Zivilisten, mit denen sie zusammenlebten, blieben gesund[7067]. In britischen Besitzungen, wie Indien und Südafrika, töteten die Erreger Millionen Menschen. In Südafrika starben gemäß einer Auflistung 128.000 dunkelhäutige Menschen daran, vergleichweise 8,5 mal so häufig wie hellhäutige. Eine Regierungskommission machte dafür Unterernährung und schlechte Wohn- und Hygieneverhältnisse verantwortlich[7068]. Aber gerade derartige Personen waren außerhalb von Südafrika weniger betroffen[7069]. Da hellhäutige Personen anfälliger sind[7070], ist der registrierte Tod von 3% der dunkelhäutigen SüdafrikanerInnen damals Mord gewesen. „Teile Alaskas und die Pazifischen Inseln verloren mehr als die Hälfte ihrer Bevölkerung“[7071]. Dort haben die USA noch heute Guam, Virgin Islands, American Samoa, Republic of Palau, Republic of Marshall Islands, Commonwealth of the Nothern Mariana Islands and Federates States of Micronesia als Kolonien besetzt.

In Rußland trugen Grippe-Erkrankungen zum Ende der bürgerlichen Regierung bei. Dort war die Zarenherrschaft in der Februar-Revolution 1917 durch eine bürgerliche Regierung ersetzt worden. Im Oktober 1917 ergriffen aber die Bolschewisten die Macht in der Hauptstadt St.Petersburg. Die bürgerliche Regierung wich nach Archangelsk aus. Vorgeblich für einen Angriff gegen die 1200 km entfernten Deutschen landeten am 4.September 1918 4500 US-amerikanische Soldaten auf drei britischen Truppentransportern in Archangelsk. Während der Seefahrt war auf zwei der Schiffe Grippe ausgebrochen. Sie verlief harmlos. Keiner der 4500 starb. Die USA-Soldaten sollen alle fließend russisch gesprochen haben. Sie trugen die Gewehre der regulären Verbände der bürgerlichen Regierung. Von Archangelsk drangen die US-Amerikaner in Rußland ein. Sie haben dabei nicht mit konventionellen Waffen gekämpft. Nur 112 von ihnen waren bis zur Abfahrt neun Monate später im Zusammenhang mit Kampfhandlungen getötet. Aber sie brachten Krankheitserreger mit, an denen trotz der Immunisierung auf zweien der Schiffe 60 USA-Soldaten in Rußland starben. Der bürgerlichen Regierung in Archangelsk versetzten sie mit den Erregern den Todesstoß. Bereits Anfang Oktober waren 10.000 russische Personen in Archangelsk erkrankt. Erreger, „besonders virulent“, wurden im Oktober und sogar im November, als schon alles zugefroren war, im Lande verteilt, so daß erst dann der Höhepunkt erreicht wurde. 10% aller Betroffenen starben daran.

Die Grippe-Erkrankungen wurden von den USA-Kriegsberichten, die die medizinischen Fragen der Truppen in Archangelsk behandelten, verschwiegen[7072]. Es gibt weder von staatlicher sowjetischer noch von US-amerikanischer Seite Zahlen der Kranken oder Toten. Hinzu kam noch eine Massenerkrankung mit Salmonellen, die 3,5 Millionen Personen in Rußland befielen. Die Erkrankungen waren ungewöhnlich heftig[7073]. Flecktyphus, Rückfallfieber, Durchfallerkrankungen, Typhus traten als „Seuchenkatastrophe … wie sie … vielleicht in der ganzen Weltgeschichte einzigartig“ dastehen, auf[7074]. Zehn Millionen Menschen, besonders viele davon Kinder, starben daran[7075]. Auch vom Flecktyphus wird eine merkwürdige Auswahl zwischen russischen und tschechoslowakischen und US-amerikanischen Personen berichtet. „Die tschechoslowakischen Truppen, die in inmitten der Epidemie lebten, schafften es, ihr zu entgehen, ebenso die US-Truppen in Sibirien.[7076]

Nervenkrankheiten und Geisteskrankheiten durch Grippe

Der Einsatz von Mykotoxinen ließ viele Krankheiten in Menschen und Tieren aufblühen. Es entstanden damals insbesondere Erkrankungen des Gehirns, die bis dahin kaum eine Rolle gespielt hatten[7077].

Nachtrag  30.3.2020

Auch bei den Ausbreitungen von Covid-19 sind Infektionsverstärker erkennbar. Die Tödlichkeit der Erkrankungen in Iran ist z.B. 25mal stärker als in Deutschland. Das Pilzgift Aflatoxin B kann in Iran aus Pistazien gewonnen werden. Es kommt als Infektionsverstärker in Frage.

 

 

 

Quellen Kapitel 7

 

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Die Soldaten in Kiel gaben den entscheidenden Anstoß für die Kapitulation Deutschlands.
Die epidemiologischen Spuren dieser Massenvergiftungen sind durch Bombardierungen seitens USA, Großbrittaniens am 26. August 1944 getilgt worden. Doch nicht nur militärische Anlagen wurden von den aliierten Bomberflotten getroffen, sondern systematisch auch Wohnviertel
(Nt. In Kiel vor fünfzig Jahren. Frankfurter Allgemeine Zeitung 1994 Aug 26:3 (col 6).)

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Die epidemiologischen Spuren dieser Massenvergiftungen sind durch die Verbrennungen von geschätzt 80.000 – 200.000 Personen in Dresden am 13. Februar 1945 durch aliierte Bomber getilgt worden. Außerdem sollen sämtliche Personenstandsurkunden verbrannt sein.

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Ausbreitung von AIDS und HIV

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch  „AIDS – Herkunft, Verbreitung und Heilung“. Das vollständige Buch können Sie als E-Book (pdf, E-Pub) im Shop erwerben.


3.1            Seuchenbehörde der USA vorinformiert

Es hat bisher keine Epidemie solchen Ausmaßes gegeben, die so frühzeitig entdeckt wurde wie die AIDS-Massenerkrankungen. Sie wurden bereits eine Katastrophe genannt, als ein seuchenhaftes Ausmaß noch gar nicht erreicht war. In einem für die Medizingeschichte beispiellosen Tempo wurden nicht nur Verbreitungswege dieser offiziell bis dahin unbekannten Krankheit beschrieben, sondern auch der für Menschen neuartige Erreger benannt.

3.2            Pneumocystis carinii-Lungenentzündung in Los Angeles

Am 5. Juni 1981 erschien im Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR), dem Mitteilungsblatt der USA-Seuchenkontrollbehörde Centers for Disease Control, ein Bericht unter dem Titel „Pneumocystis Lungenentzündung – Los Angeles“[149]. Dieser Bericht war der publizistische Startschuß der folgenden AIDS-Massenerkrankungen. Maßgeblicher Verfasser war ein Wissenschaftler der University of California in Los Angeles, Michael S. Gottlieb. Der Beitrag beginnt mit dem denkwürdigen Satz: „Zwischen Oktober 1980 und Mai 1981 wurden fünf junge Männer, alle aktive Homosexuelle, an drei verschiedenen Krankenhäusern in Los Angeles, Kalifornien, an Pneumocystis carinii-Lungenentzündung behandelt, die durch Biopsie bestätigt worden war.“

Neben Pneumocystis carinii-Lungenentzündung litten die fünf Männer an zwei weiteren Infektionen, die durch den Pilz Candida albicans und das Cytomegalievirus ausgelöst worden waren. Die vier ersten waren von atypischen Mykobakterien des Mycobacterium-avium-Komplex befallen[150]. Diese Erreger waren viel seltener und bemerkenswerter als Pneumocystis carinii, Candida und das Cytomegalievirus. Aber sie werden bis 1982 noch nicht einmal erwähnt. Die Bedeutung, die der Pneumocystis carinii-Lungenentzündung beigemessen wird, bedarf einer Erklärung. Sie wird in dem Beitrag aber nicht geliefert. Die Patienten waren 29 bis 36 Jahre alt. Dieser Altersabschnitt wird mit ‘erwachsen’ bezeichnet, im alltäglichen Sprachgebrauch ebenso wie in der medizinischen Fachsprache. Bisher waren fast ausschließlich Kinder an PCP erkrankt. Das Adjektiv „jung“ für die fünf Männer war also irreführend. Auffallend ist weiterhin die Darstellung von Einzelheiten des Geschlechtslebens („alle aktive Homosexuelle„). Später heißt es, daß kein Patient einen der anderen kannte und daß keiner gemeinsame Bekannte mit einem der anderen Erkrankten oder Kontakt zu jemand hatte, der an einer ähnlichen Erkrankung litt. Die Patienten hatten keine vergleichbare Geschichte geschlechtlich übertragener Krankheiten. Von zweien wird berichtet, sie hätten „häufig homosexuellen Kontakt mit verschiedenen Partnern“. Aus welchem Grunde kommen die Autoren dazu, die geschlechtliche Neigung dieser fünf Patienten zu erforschen und zu beschreiben? Es gab bis zu diesem Zeitpunkt keinen Bericht, daß Pneumocystis carinii-Lungenentzündung oder Schwächung der Abwehrkräfte geschlechtlich übertragbar seien. Die Centers for Disease Control erklärten in einer Anmerkung zu dem Gottlieb-Artikel, als Ursache für die Fehlfunktion der zellulären Abwehr müsse eine gemeinsame „Exposition“ angenommen werden, die Einzelpersonen für opportunistische Infektionen empfänglich mache. Bei „zuvor gesunden homosexuellen Männern mit Atemnot und Lungenentzündung“ sollten Ärzte in Zukunft Pneumocystis carinii-Lungenentzündung als Ursache in Betracht ziehen. Eine solche Aufforderung konnten zum damaligen Zeitpunkt nur Wahrsager oder Personen mit geheimen Informationen machen.

3.2.1    Hautkrebs Kaposi-Sarkom in New York

Einen Monat später, im Juli 1981, erscheint unter dem Titel „Kaposi’s Sarcoma and Pneumocystis Pneumonia Among Homosexual Men – New York City and California“ ein weiterer Bericht der Centers for Disease Control im MMWR[151]. Darin werden 26 Fälle von Kaposi-Sarkom, der zweiten wichtigen Signalkrankheit von AIDS, vorgestellt. Von den 26 Erkrankten stammten 20 aus New York. Den ersten im eigentlichen Sinne wissenschaftlichen Beitrag über „Kaposi-Sarkom bei homosexuellen Männern“ bringt am 19. September 1981 die Fachzeitschrift Lancet[152]. Er befaßt sich mit den Krankengeschichten von acht Männern. Die Autoren versuchen darin zu begründen, warum das zwar seltene, aber nicht unbekannte Kaposi-Sarkom bei diesen Betroffenen als neuartige Krankheit zu gelten habe.

Als erstes Argument wird angeführt, daß im Gegensatz zu früheren Erkrankungen jetzt jüngere Männer betroffen seien. Das ist falsch: In seiner Beschreibung der Krankheitsbilder von sechs Personen, durch die die Krankheit 1872 erstmals klassifiziert und in die Medizingeschichte eingeführt wurde, nennt der österreichische Arzt Moriz Kaposi einen 45-, einen 40- und einen achtjährigen Patienten[153]. Die acht New Yorker Patienten waren zwischen 27 und 45 Jahre alt. Ferner äußern die Lancet-Autoren die Ansicht, daß die Hauterscheinungen nicht mehr vorrangig an den unteren Gliedmaßen, sondern am ganzen Körper auftreten. Doch auch damit werden die Beobachtungen Kaposis nicht korrekt wiedergegeben. Kaposi hatte benannt: Füße, Hände, Kinn, Wange, Oberlippe (Patient 1); Fußsohlen, Hände, Arme, Augenlider, Nase, Darm (Patient 2); Fußsohle links beziehungsweise Unterschenkel (Patienten 3,4 und 5; über den sechsten Patienten hatte Kaposi keine besonderen Angaben gemacht). In Lancet werden dazu bei Diagnosestellung genannt: Kopf (Patient 1); Kopf, Rumpf, Arm (Patient 2); Kopf, Rumpf, Arme (Patient 3); Rumpf, Arme, Beine (Patient 4); Brust, Arme (Patient 5); Rumpf, Arme, Beine (Patient 6); Rumpf, Arme, Beine (Patient 7) sowie Kopf, Rücken (Patient 8). Die im Vergleich zu Kaposis Beobachtungen geringfügigen Unterschiede im Lancet rechtfertigen nicht den Bericht in einer wissenschaftlichen Zeitschrift über eine angeblich neuartige Krankheit. Auch jene Behauptung, wonach „die Erkrankung“ (bei erst acht Patienten bereits zu diesem Zeitpunkt in der Einzahl so bezeichnet) einen aggressiveren Verlauf nehme, ist falsch. Statt acht bis 13 Jahre bleibe dem Patienten oft nur eine Überlebenszeit von weniger als zwanzig Monaten. Denn auch dies ist nicht neu: Von Kaposis sechs Patienten ging einer nach zwei Monaten zum Sterben nach Hause, einer verstarb nach sechs Wochen, einer nach einem Jahr. Kaposi schätzte: „Die Krankheit führt zum Tode, und zwar innerhalb einer kurzen Frist von zwei bis drei Jahren.“ Von den acht Lancet-Patienten waren vier nach 30 Monaten tot; vier lebten, zwei von ihnen waren zur Zeit der Veröffentlichung geheilt. Einer von beiden, ein „34jähriger Italiener„, wird 1990 in einer Studie[154] als Beispiel für eine mild verlaufende Form von Kaposi-Sarkom ohne HIV-Infektion und ohne Störung des Verhältnisses zwischen Helfer- und Unterdrückerzellen aufgeführt. Weder die Zahl oder das Alter der Patienten, noch die betroffenen Körperteile oder die Gefährlichkeit der Erkrankungen boten unvoreingenommenen MedizinerInnen Anlaß, von einer neuartigen Krankheit zu sprechen. Bleibt die Homosexualität der „jungen“ Männer. Da Kaposi-Sarkom zu 95% bei Männern vorkommt und da die acht Erkrankungen von acht Ärzten und Ärztinnen in drei Spezialkliniken diagnostiziert wurden, ist es schon auffällig, daß den Untersuchenden eine geschlechtliche Orientierung der Patienten überhaupt erwähnenswert schien. Auffällig auch, wie der „schwarze“ Patient geschildert wird: „Der einzige schwarze Patient in unserer Studie ist in Amerika geboren und war nie in Afrika gewesen.“ Er wird mit dem eine Unterrepräsentation nahelegenden Begriff „der einzige“ charakterisiert, obwohl jeder achte USA-Einwohner (etwa 12%) dunkler Hautfarbe ist. Nur bei dem Patienten dunkler Hautfarbe, nicht aber bei den anderen sieben, wird das Geburtsland erwähnt. Und nur bei ihm wird unterbliebenes Reisen nach „Afrika“ angeführt.

Früh wurde eine Spezialistengruppe, die „Task Force on Kaposi’s Sarcoma and Opportunistic Infections“, durch die Centers for Disease Control gegründet. Die Gruppe wird unter diesem Namen erstmals August 1981 in dem dritten MMWR-Beitrag[155] zu Fällen von Pneumocystis carinii-Lungenentzündung und/oder Kaposi-Sarkom erwähnt.

Centers for Disease Control benennen „Risikogruppen“

Die „Risikogruppen“ in zeitlicher Reihenfolge

AIDS ist in vielen Staaten nicht zu einer Massenerkrankung geworden. In den NATO-Staaten blieb für blaßhäutige Personen AIDS eine Krankheit, an der nahezu ausschließlich homosexuelle Männer, DrogenkonsumentInnen, Hämophiliepatienten und EmpfängerInnen von Bluttransfusionen erkranken. Menschen dunkler Hautfarbe stehen indes (siehe folgendes) in Gefahr, an AIDS zu erkranken. Die Centers for Disease Control begründeten die auffallende Ausbreitung mit dem Vorhandensein von „Risikogruppen“. Spätestens seit August 1981 war klar, daß nicht nur homosexuelle Männer von Kaposi-Sarkom und opportunistischen Infektionen betroffen sind. Der „Follow-Up on Kaposi’s Sarcoma and Pneumocystis Pneumonia“ nennt 95 homosexuelle und sechs heterosexuelle Männer sowie eine Frau, die bis zu diesem Zeitpunkt ohne erkennbare Ursache an Kaposi-Sarkom/opportunistischen Infektionen erkrankt waren[156]. Schon in dem ersten Bericht war erwähnt worden, daß einer der fünf Pneumocystis carinii-Lungenentzündung-Kranken intravenös Drogen einnähme[157]. Seit Juni 1982 gehört die Frage nach Drogen zum offiziellen Fragenkatalog[158]. Aber eine Frage nach eventuellem Drogenkonsum wird zu diesem Zeitpunkt allerdings nur für die 152 an Pneumocystis carinii-Lungenentzündung Erkrankten, nicht aber für die anderen Erkrankten gestellt und beantwortet. Erstmals wird bei der Beschreibung das Kriterium „Rasse“ verwendet, und zwar für „Weiße“, „Schwarze“ und „Hispanier“. Die Bezeichnung „Hispanier“ soll für BürgerInnen aus einem der Staaten Lateinamerikas gelten. Merkwürdig auch die Verteilung nach Hautfarbe: An Pneumocystis carinii-Lungenentzündung erkrankte homosexuelle Männer waren zu 68% „weiß“, heterosexuelle Männer nur zu 31% und Frauen zu 12,5%. (Auch bei weit höheren Erkrankungszahlen bleibt dieses Verhältnis bestehen; s. Kapitel 4.2).

Einen Monat später – im Juli 1982 – veröffentlichen die Centers for Disease Control einen Bericht, welcher die HaitianerInnen als in besonderem Maße von der neuen Krankheit betroffene „Population“ darstellt[159]. Bereits eine Woche später werden die Hämophiliepatienten als neue „Risikogruppe“ genannt, nachdem drei Fälle von Pneumocystis carinii-Lungenentzündung unter ihnen registriert worden sind[160]. Erstmals wird die Vermutung ausgesprochen, daß der Erreger möglicherweise auch mit Blutprodukten übertragen wird. Am 15. September 1982 schließlich ist die Einteilung der behaupteten Ausbreitung von AIDS vollständig. Unter dem Titel „Current Trends: Update on Acquired Immune Deficiency Syndrome (AIDS)-United States“ verwenden die Centers for Disease Control erstmals den in Zukunft gültigen Namen, behaupten, daß es sich um eine Epidemie mit hoher Zuwachsrate handele, nennen betroffene „Risikogruppen“ und liefern eine erste Falldefinition[161]. Die Einteilung in „Risikogruppen“ ist hierarchisch: Wer in einer der zuerst genannten Kategorien aufgelistet wird, wird, auch wenn er einer weiteren Gruppe zugeschrieben wird, in dieser nicht auch geführt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Risiken in der hierarchischen Reihenfolge „Homo- oder Bisexualität“ (75%), „Intravenöser Drogenkonsum“ (13%), „Haitianische Herkunft“ (6%) und „Hämophilie“ (0,3%). Aber 5,7%  der Erkrankten werden von dieser Einteilung nicht erfaßt. Im Dezember 1982 wird erstmals von einem AIDS-Fall infolge einer Bluttransfusion berichtet[162]. Es handelte sich um einen Säugling, der Transfusionen von Blut, Roten Blutkörperchen und Blutplättchen erhalten hatte. Einer der Spender entwickelte später AIDS und starb im August 1982[163].

Ende 1982 veröffentlichten die Centers for Disease Control die Fallgeschichten von vier Kindern, die an schweren Infektionen und Immunschwäche erkrankt waren. Zwei Kinder stammten von haitianischen Eltern, deren Gesundheitszustand den Centers for Disease Control nicht bekannt sei. Die Mütter der anderen zwei konsumierten angeblich Drogen und waren an Immunschwäche erkrankt[164]. Anfang 1983 schließlich weisen die Centers for Disease Control zwei Frauen mit Immunschwäche vor, deren ständige Partner an AIDS erkrankt waren[165]. Während auf eine der Frauen die AIDS-Definition der Centers for Disease Control zutraf, hatte die andere nur geschwollene Lymphknoten und ein Helferzellen : Unterdrückerzellen-Verhältnis kleiner als 1. In der „Editorial Note“ zu dem Bericht betonen die Centers for Disease Control, daß es für AIDS offenbar einen infektiösen Erreger gebe, der auf dem Wege homo- und heterosexuellen Geschlechtsverkehrs übertragen werde. Bei vier von zwölf anderen Patientinnen, die weder Haitianerinnen noch drogenabhängig seien, handele es sich um die ständigen Sexualpartnerinnen von Männern, die intravenös Drogen einnähmen, heißt es zur weiteren Begründung der These[166]. Außer ihnen werden sechs Kinder erwähnt, von denen fünf an Pneumocystis carinii-Lungenentzündungen und eines an einer Infektion mit Mycobacterium-avium-intracellulare erkrankt waren. Weitere zwölf Kinder, von denen die Centers for Disease Control wußten, sollen an Immunschwäche gelitten haben, nicht aber an lebensbedrohlichen opportunistischen Infektionen. Ende 1982 gab es in den USA somit 22 Kinder, die an unerklärter Immunschwäche litten. Zehn von ihnen hatten Mütter, die intravenös Drogen gebrauchten, zwei Mütter waren haitianischer Herkunft. Bei den zehn weiteren wird kein „Risiko“ erwähnt.

Die AIDS-Theorie ist vollständig. Widersprüchliche Angaben über Ausbreitung

Im März 1983 sagen die Centers for Disease Control, gefährdet seien die folgenden: homosexuelle Männer, DrogenkonsumentInnen, HaitianerInnen, EmpfängerInnen von Blut oder Blutprodukten, GeschlechtspartnerInnen von AIDS-Kranken oder von Angehörigen einer der „Risikogruppen“ sowie Kinder von Müttern aus „Risikogruppen“. Die Verteilung der AIDS-Fälle sei wie die von Hepatitis-B, die geschlechtlich und durch verunreinigte Spritzen oder Blutprodukte übertragen werde[167]. Diese Behauptung mußte jedoch von den Schreibern selbst eingeschränkt werden, denn bis zu diesem Zeitpunkt war kein Fall von AIDS unter Krankenhauspersonal oder Laborangestellten festgestellt worden. Bei Hepatitis-B stellten diese Personen etwa 1/3 der Erkrankten. Bis dahin konnte keine andere Übertragung von Person zu Person festgestellt werden als die durch Intimkontakt oder durch Bluttransfusion, heißt es in dem Artikel[168]. Zu diesen bis Anfang 1983 benannten „Risikogruppen“ kamen 1984 hinzu: alle Menschen, die in der Karibik geboren sind und die größte „Gruppe“, alle Menschen, die in Afrika südlich der Sahara geboren sind.[169]

Menschliche Immunschwächeviren in Affen und äffische Immunschwächeviren in Menschen

Der Text unten ist ein Auszug aus dem Buch „AIDS – Herkunft, Verbreitung und Heilung“. Das vollständige Buch können Sie als E-Book (pdf, E-Pub) oder gedruckt im Shop erwerben.


Bei einer Rhesus-Äffin, die seit ihrer Gefangennahme als Jungtier 1972 in Southborough gehalten worden war und deren Käfig neben denen der infizierten Affen stand, trat 1980 ein Tumor hinter einem Auge auf. Ein Quetschbrei aus diesem Tumor wurde zwei Rhesus-Affen, MM 434-79 und MM 251-79 1980 eingespritzt. Diese Empfänger waren vor der Übertragung nicht immunologisch untersucht worden[1]. Sie können also bereits mit immunschwächenden Viren infiziert gewesen sein. Der männliche Affe MM 251-79 wurde zum Nährboden für Viren (SIVmac-251), mit denen Menschen u.a. in Senegal vorsätzlich infiziert wurden. Das läßt sich aus der öffentlich zugänglichen Literatur erschließen. Der zeitliche Ablauf der Veröffentlichungen deutet auf eine absichtlich falsche Darstellung der Ausbreitung hin:

August 1983: Chirurgische Übertragung von „natürlich vorkommendem“ Lymphom auf Rhesus-Affen u.a.auf MM 251-79 in NEPRC. MM 251-79 sei 1982 geschlachtet worden[2].

(In der Natur ist kein einziges Rhesus-Affen-Lymphom vorgekommen; d.V.)

September 1983: MM 251-79 hat AIDS. Weitere mit Lymphom-Gewebe von MM 251-79 traktierte Rhesus-Affen und ein weiterer Affe, insgesamt also vier, bekommen AIDS-kennzeichnende Erkrankungen wie Kryptosporidiose, Pneumocystis carinii-Lungenentzündung, Mycobacterium-avium-Komplex, Tbc und Streu-Tuberkulose[3].

Juni 1985: Nachweis eines Retrovirus aus Körpergewebe des Rhesus-Affen MM 251-79, das dem menschlichen Immunschwäche-Virus HTLV-III ähnelt[4].

Bis heute wurde dieses Virus nur in wenigen der Tausenden Rhesus-Affen in Forschungseinrichtungen gefunden und kein einziges Mal in freier Wildbahn[5].

Noch ein exotischer Erreger: das menschliche Retrovirus HTLV-I in Forschungsaffen aufgetaucht

Juni 1985: Serologische Bestimmung und Charakterisierung dieses „neuen“ Virus bei MM 251-79. Von den vier Rhesus-Affen mit Immunschwäche-Virus in Southborough haben drei Antikörper-Hinweise auf eine zusätzliche Infektion mit einem weiteren menschlichen Retrovirus, dem HTLV-I[6].

Vorinformierte Forscher

Juni 1985: Beschreibung, daß auch in 28 von 67 „wildgefangenen gesunden afrikanischen grünen Meerkatzen“ in Forschungsstätten in Boston (USA), in Kapstadt (Südafrika) und in Frankfurt Antikörper gegen ein Retrovirus, das mit dem menschlichem HTLV-III verwandt ist, vorhanden sind.

Die Tiere waren völlig gesund, gaben keinen Anlaß, bei ihnen nach AIDS-Erregern zu suchen. Als Grund für die Untersuchungen nannten die Wissenschaftler: „Wir suchten eine Augenscheinlichkeit für ein Virus, das mit HTLV-III verwandt ist, in Alte-Welt-Primaten aus Gegenden in Afrika, in denen menschliches AIDS vorkommt„. In Uganda sei HTLV-III schon 1972 gewesen[7]. Die „wildgefangenen“ Affen waren aus Kenia und Äthiopien stammende Meerkatzen, die seit Jahren (z.B. 1968) zum Teil in zweiter Generation in den Forschungsstätten gehalten wurden[8].

Antikörper nur gegen Viren, die aus dem Bostoner Affen MM 251-79 stammen

November 1985: In sieben der 27 afrikanischen grünen Meerkatzen in USA, Südafrika und Deutschland werden HTLV-III-verwandte Retroviren (STLV-IIIagm) mit Antikörpern nachgewiesen. Sie unterscheiden sich angeblich von den Viren in den Rhesus-Affen[9].

Mit der neuen Nachweismethode PCR[10] konnte 1988 die Herkunft der Viren in Boston, Kapstadt und Frankfurt bestimmt werden. Bei den isolierten Viren handelte es sich ausschließlich um SIVmac-251, das Virus von MM 251-79[11]. Die Antikörper beweisen, daß nicht die Blutproben jeweils durch äußerst seltene Viren verunreinigt wurden, sondern daß die Viren tatsächlich in den Tieren waren.

Ein Affe aus Boston, USA als Sextourist bei 20 Prostituierten in Dakar, Senegal?

Dezember 1985: Im Blut von 20 (von 289=7%) gesunden Prostituierten in Dakar und von 5 gesunden Patienten (von 122) einer dortigen chirurgischen Klinik wurden Antikörper nachgewiesen, die im Reagenzglas mit Viren, die in Afrikanischen Grünen Meerkatzen gezeigt worden waren, reagieren[12].

Auch hier wieder die Frage nach dem Grund der Untersuchung:

Warum werden nicht kranke Hunde und Katzen in New York und San Francisco untersucht, sondern gesunde Menschen in Senegal? Dort gab es keinen einzigen AIDS-Fall.

April 1986: Aus dem Blut der infizierten gesunden Prostituierten wurde ein Virus gezüchtet. Es war von dem Virus, das die USA-Wissenschaftler in den Blutproben der sieben Afrikanischen Grünen Meerkatzen gezüchtet hatten, nicht zu unterscheiden[13].

Mit u.a. diesem Hinweis wurde der Eindruck erweckt, aus Affen in Afrika sei über Menschen in Afrika HIV entstanden und in Menschen in NATO-Staaten gelangt. Die neue Nachweismethode PCR entlarvte aber auch hier die Täter. Auch in diesem Fall hatten Kanki, Essex und Mitarbeiter in den Blutproben aus Senegal genau das Virus aus dem Lymphknoten des einen Rhesus-Affen MM 251-79 in Harvard gezüchtet[14]. Die Antikörper beweisen, daß nicht die Blutproben jeweils durch äußerst seltene Viren verunreinigt wurden, sondern daß Viren aus Boston tatsächlich in den Personen in Dakar waren. Die Prostituierten waren vorher regelmäßig in der Klinik für Geschlechtskrankheiten behandelt worden.

Dieses Retrovirus STLV-III (=SIVmac-251) befällt und vermehrt sich in Kulturen von menschlichen Lymphozyten[15], ist also ein menschliches („H“)-Immuschwäche-Virus. Nach vier Jahren waren die Prostituierten weiterhin gesund. Der Anteil der HIV-2 (=HTLV-IV)-infizierten Prostituierten hatte sich jährlich um 0,5% auf knapp 10% erhöht beziehungsweise war nach acht Jahren gleich geblieben[16]. Die Infizierung mit dem Virus erfolgte unabhängig von der Dauer der Betätigung als Prostituierte[17]. Kanki und Mitarbeiter sagen, in einer menschlichen Blutprobe aus Dakar, die bereits zwischen 1975 und 1976 entnommen wurde, seien Antikörper gegen das Immunschwächevirus der Afrikanischen Grünen Meerkatze gefunden worden[18]. Die von ihnen zitierte Quelle, die die Herkunft der Probe beschreiben soll, macht aber keine Angaben, wo die Spenderperson zu Hause war[19].

Es ist ungewöhnlich, daß diese wichtige Angabe in einer epidemiologischen Studie unterlassen wird.

Februar 1987: In u.a. 30 Prostituierten und 36 Gefangenen in drei Städten der Elfenbeinküste werden 1986 Antikörper gegen die in den senegalesischen Prostituierten gefundenen Retroviren (=SIVmac-251; d.V.) nachgewiesen[20].

Ein drittes menschliches Retrovirus

Juli 1986: Bericht, daß von zwei AIDS-Kranken aus West-Afrika ein neues menschliches Retrovirus gewonnen wurde, das von Antikörpern gegen das Immunschwächevirus in Rhesus-Affen aus dem NERPRC erkannt wurde, diesem also sehr eng verwandt ist[21].

Nur einer der beiden zeigte tatsächlich der AIDS-Definition entsprechende Erscheinungen. 1983 hatten Durchfall, Gewichtsverlust und Lymphknotenvergrößerungen begonnen. Deswegen war er aus seiner Heimat Guinea-Bissau zur Behandlung in ein Krankenhaus in Lissabon gelangt. Der zweite Patient („ROD“) bekam Januar 1982 Fieber und Durchfall mit Gewichtsverlust. Darum wurde er aus seiner Heimat, den Cap Verdischen Inseln, Juni 1983 in das Pariser AIDS-Spezialkrankenhaus Claude Bernard geschickt. Er hatte keinerlei Krankheitszeichen mehr und fast sein ursprüngliches Gewicht erreicht. Der vom Schreiber Clavel behauptete Befall des Gehirnes mit Toxoplasmose kann nur vermutet werden, festgestellt werden könnte er nur nach dem Tode. Die Gesundung des nach Cap Verde zurückgekehrten Menschen spricht dagegen. Das Virus aus „ROD“ ähnelte dem SIVmac-251-Virus, war aber anders. Die Hüllen der Viren, nicht aber die Kerne, hatten gleiche Antigen-Eigenschaften[22].

Am häufigsten wurde dieses Virus HIV-2 in Anteilen der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland verbreitet. Bei dort lebenden „Afrikanern“ wurde es in 4% gefunden. Bei „Afrikanern“ hingegen in Westafrika in 0,6%, bei „Afrikanern“ in Zentralafrika in 0,1%[23]. In Deutschland wurde es in Blutproben von 1984 festgestellt[24]. Dort scheinen erforderliche Kofaktoren für das Wirksamwerden des Virus zu fehlen. Die infizierten Personen waren gesund und hatten keine Immunschwäche.

Das aus dem Blut des gesunden Patienten „ROD“ gewonnene HIV-2 ROD wurde Prototyp der HIV-2 Viren.

Theorie vom Geschlechtsverkehr zwischen Menschen und Affen in Westafrika

Mai 1986: In leprösen, aber sonst gesunden Cebus-Affen in der Affenforschungsstätte New Orleans, USA sowie in Rhesus-Affen, auf die Lepra-Gewebe dieser Cebus-Affen übertragen worden war und die dann an AIDS erkrankten, wurden Retroviren, die dem STLV-IIImac (=SIVmac) der gefangenen Rhesus-Affen glichen, gezeigt[25].

Juli 1986: 14 von 15 untersuchten gefangenen Cebus-Affen tragen ohne Krankheitszeichen dieses Virus SIVsmm. Es ist unbekannt, ob es dasselbe ist, wie SIVmac-251[26].

Juni 1989: Drei Jahre nach der Beschreibung von Retroviren (SIVsmm) in gefangenen gesunden Cebus-Affen in USA-Forschungseinrichtungen behauptet die Forschungsleiterin Fultz, diese Viren wären auch in wild lebenden Cebus-Affen in „Westafrika“ nachgewiesen.

Zahlen, Ort, Zeit des Nachweises werden verschwiegen.Aber:

dieses (behauptete) Vorkommen außerhalb von Forschungseinrichtungen zusammen mit einer (behaupteten) weiten Verbreitung von HIV-2 ROD (= Cabo Verde-Vorkommen) unter Menschen in Westafrika sei Hinweis dafür, daß vor 30-40 Jahren aus einem Cebus-Affen Retroviren in einen Mensch gelangt seien und sich in das Retrovirus HIV-2 verwandelt hätten. Als Alternative bieten die USA-Wissenschaftler an, daß HIV-2 ROD von Menschen auf Affen gelangt sei und dort sich verwandelt hätte[27]. Daß HIV durch Insekten, Parasiten, Vögel, Fische, durch Seeleute und Touristen auf Menschen und Tiere in „Westafrika“ übertragen worden sein könnte, besprechen sie noch nicht einmal. Wie könnten Menschen Affen mit HIV infiziert haben? Bis heute gibt es keinerlei Hinweise darauf, daß wildlebende westafrikanische Cebus-Affen intravenös Drogen konsumieren, ungeprüfte Blutkonserven transfundieren, ungereinigte Blutprodukte benutzen, unsterilisierte Injektionskanülen mehrfach benutzen. Diese Möglichkeiten, sich mit dem Menschen-Virus anzustecken, scheiden für die Tiere aus. Da Menschen keine Affen beißen, muten uns die SchreiberInnen für die Übertragung von Mensch auf Tier den Geschlechtsakt zwischen einer westafrikanischen Person und einem wilden, 60cm großen Affen zu.

Wie könnten Menschen von Affen SIV erworben haben? Da bei inzwischen ca. 15 Millionen HIV-infizierten Menschen kein einziger Fall einer Übertragung durch Speichel (Ausnahme soll ein Zahnarzt in den USA sein, s. Kapitel 3.3.8) oder Beißen[28] bekannt ist, scheidet diese Möglichkeit auch für Westafrika für die Übertragung von Tier auf Mensch aus. Auch hier müssen wir uns die Übertragung des SIVsmm von einem Äffchen auf eine westafrikanische Person als zirkusreife Übung in einem Baumwipfel vorstellen.

Ein viertes menschliches Retrovirus

Das angebliche Vorgänger-Virus des HIV-2, das HIV-2-D205, befand sich ebenfalls in Deutschland; in einer gesunden Frau aus Ghana[29].

Dieses Virus ist ein weiteres menschliches Retrovirus.


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Abschnitt 4.8 aus dem Buch „AIDS – Herkunft, Verbreitung und Heilung“