Allianz der angeblichen Kriegsgegner

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch „Bankiers überm Hakenkreuz – Ziel der Geldgeber Adolf Hitlers„. Das vollständige Buch können Sie als E-Book (pdf, E-Pub) oder gedruckt im Shop erwerben.


Auf der anderen Seite des Rheins gegenüber von meinem Praxisort Köln-Wahn befinden sich die Industrieanlagen von Köln-Wesseling, die Unionkraftstoffwerke AG. Patienten sagten, dass dort während des zweiten Weltkrieges über den damaligen Hydrierwerken, in denen aus Braunkohle Benzin gewonnen wurde, „Sperrballons an langen Stahlseilen zur Abwehr feindlicher Tiefflieger“ angebracht worden waren. Deswegen wären diese Werke bis 1945 fast unbombardiert geblieben. Können Sperrballons auf Grund ihrer Größe nicht leicht abgeschossen werden? Oder das angreifende Flugzeug fliegt 10 m höher und wirft dann seine Bomben auf die markierten Anlagen?

Sechs Sperrballone der Luftwaffe über dem zerstörten Damm des Möhnesees (17. Mai 1943)

Eine Patientin schilderte zudem, dass bei mehreren Angriffen auf die Hydrierwerke in Heydebreck bei Auschwitz stets die sechs großen Kühltürme ausgespart wurden. Es wurden nur schnell reparierbare Bombenschäden angerichtet.[1] Der Industriekomplex Auschwitz-Monowitz wurde durch „Sperrballons“ gekennzeichnet.[2]

Bei Kriegsende April 1945 waren 85% der kompliziert gebauten und leicht brennbaren Hydrierwerke im deutschen Herrschaftsbereich[3] funktionsfähig. Benzinproduktion des Deutschen Reiches wurde also intakt gelassen.

In ca. 6 km Entfernung von Wesseling, auf dem zur Täuschung eingerichteten Scheinflughafen bei Ranzel, warfen dagegen die britisch-amerikanischen Flieger während 18 „Angriffen“ ihre Bomben ab. Attrappen wurden also mit großem Aufwand vernichtet.

Und im 15 km entfernten Köln zertrümmerten die alliierten Bomber ab 30.05.1942 erfolgreich 60% der Innenstadt und töteten tausende Personen, besonders Frauen und Kinder.

Köln am 7. Mai 1945

Für die Sperrballons über Köln-Wesseling und Auschwitz gibt es daher ausschließlich eine Erklärung:

Die deutsche Regierung und die Betreiberfirma I.G. Farbenindustrie informierten die US-amerikanischen und britischen Flieger, welche Einrichtungen sie unbeschädigt lassen sollten.

Warum wurden die Hydrierwerke in Wesseling funktionsfähig gelassen?

Als am 12.05.1944 US- Bomber die Hydrieranlagen in Leuna angegriffen hatten, hatte I.G. Farbenindustrie –Direktor Heinrich Bütefisch von dem Atomphysiker Paul Harteck verlangt, die Schwerwasserproduktion in Leuna einzustellen, weil ihr die Angriffe gegolten hätten. Die Kohle-Hydrieranlagen würden gemäß einem „Gentlemen agreement“ zwischen der deutschen und der ausländischen Schwerindustrie unbombardiert belassen werden.[4]

Die Schwerwasserproduktion wurde ab dem Zeitpunkt unterlassen.[5] Die Kohleverflüssigungs-Aktivitäten aber konnten, auch nach weiteren kosmetischen Angriffen, ein Jahr fortgesetzt werden.

Es ist bekannt, dass die Alliierten im zweiten Weltkrieg viele Produktionsanlagen bewußt unversehrt ließen. Das wird allgemein damit erklärt, dass sie Werke mit eigener Kapitalbeteiligung heil lassen wollten, um auch während des Krieges weiterhin Gewinne abzuschöpfen.

Falls weitere Gewinne der Grund gewesen wären, dann wären die Gewinne von US-Konzernen mit mehr als 553 Produktionsbetrieben[6] und der britischen Konzerne im deutschen Herrschaftsbereich für die amerikanische und britische Regierung wichtiger gewesen als der Sieg über Hitler-Deutschland.

Ford-Köln und auch die anderen Tochterunternehmen haben zumindestens seit der Kriegserklärung Deutschlands an die USA keine Gewinne dorthin abführen können.

Somit kann das Interesse der USA und Großbritanniens am Fortbestand ihrer Produktionsanlagen im deutschen Herrschaftsbereich nicht aus kurzfristigem Gewinnstreben erklärt werden.

1.1            I.G. Farbenindustrie und Standard Oil

Auch die Errichtung der Hydrieranlagen erfolgte nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen

. Die Erzeugung von flüssigem Treibstoff aus Kohle war und ist derart aufwendig und energieverbrauchend, dass der produzierte Treibstoff selbst bei kostenloser Förderung der Kohle teurer als Treibstoff aus Erdöl ist.

Nur das Deutsche Reich und im ausgehenden 20. Jahrhundert der Apartheid-Staat Südafrika mit den Werken Sasol I und Sasol II haben die Kohleverflüssigung im industriellen Maßstab in Gang gesetzt. Das Deutsche Reich konnte damit Krieg führen. Und 40 Jahre später konnte Apartheid-Südafrika das, aufgrund seiner Rassenpolitik verhängte, Ölembargo kontern.

Deutschland hatte nur geringe Erdölvorkommen. Dieser Mangel war wirtschaftlich und vor allem militärisch von größter Bedeutung. Die Erdölfirma Standard Oil, USA und die Chemiefirma I.G. Farbenindustrie, Deutschland hatten aber seit 1927 in Deutschland Produktionsanlagen zur Herstellung von flüssigen Treibstoffen aus Braun- und Steinkohle errichtet. Das Verfahren selbst war von I.G. Farbenindustrie entwickelt worden und mit Hilfe der Standard Oil zur Anwendbarkeit für große Mengen weiterentwickelt worden. Die Hydrierwerke waren ein Gemeinschaftsunternehmen der Firmen I.G. Farbenindustrie, Frankfurt, Standard Oil, New York und Royal Dutch Shell, London[7]. Auftraggeber war das Deutsche Reich.

Die Produktionskapazität der Anlagen betrug 4.170.000 tn jährlich[8], 40% des Benzins in Deutschland.

Erstaunlich ist, welche Personen und Banken diese ausschließlich strategischen Betriebe weit vorausplanend – bereits vor Hitlers Regierungsantritt – errichten ließen:

Der New Yorker Autor Ron Chernow schreibt in seinem autorisierten Buch „Die Warburgs“, der „Geschichte eines der herausragendsten jüdischen Geschlechter auf der Welt.“:

„In Deutschland, das die Weltwirtschaftskrise am heftigsten gebeutelt hatte, fanden Demagogen 1932 einen fruchtbaren Boden. (…) und die im ganzen Land herrschende Not machte die Bevölkerung für die irrationale Diffamierung jüdischer Bankiers empfänglich. Das wiederum ermöglichte es den Nationalsozialisten, sich als linksgerichtete politische Kraft darzustellen und den in der Bevölkerung herrschenden Groll auf die Reichen für ihre Zwecke auszuschlachten.“

Ihre Propagandatiraden richteten sich auch gegen Unternehmen, die in enger Verbindung zu jüdischen Banken standen, so unter anderem gegen den Chemiegiganten IG Farben. Die Nazipresse prangerte im Juni 1931 den Aufsichtsrat der Firma als Werkzeug des ‚Juden Warburg’ an und deutete den Namen IG Farben mit bösartigem Spott in ‚Isidor G. Färber’ um. Diesem Aufsichtsrat gehörten zehn Juden an, unter ihnen Max Warburg.[9] Da der Konzern beim staatlich geförderten Projekt zur Entwicklung eines synthetischen Treibstoffs politische Hindernisse befürchtete, schickte er im Juni 1932 zwei Abgesandte zu Hitler. Diesem war klar, welche Bedeutung synthetischer Kraftstoff angesichts der Großprojekte Volkswagen und Autobahnbau hatte, und er sorgte dafür, dass die Angriffe gegen die IG Farben gemäßigt wurden. Im selben Jahr legte Max sein Aufsichtsratsmandat nieder.“[10]

Die Angriffe in der nationalsozialistischen Presse hätten eine negative Wirkung für I.G. Farbenindustrie nur unter einer NSDAP- Regierung entfalten können. Eine solche hätte nach ihrer eigenen judenhassenden Ideologie gegen „Isidor G. Färber“ einschreiten müssen. Das Abkommen zwischen Max Warburg und Adolf Hitler konnte sich also nur auf eine Fortführung der Produktion in den Hydrierwerken nach einer evtl. Machtergreifung Hitlers beziehen. Max Warburg wollte also die Kriegsfähigkeit einer Hitler-Regierung mithilfe der Hydrierwerke durchsetzen, selbst gegen die Widerstände in der NSDAP- Presse.

Erstaunlich wäre auch die weitere Aktivität Max Warburgs nach der Machtergreifung Hitlers, schreibt Chernow:

„Paradoxerweise war die Bank M.M. Warburg & Co. im Dritten Reich ausgerechnet zu der Zeit vergleichsweise privilegiert, als die Nationalsozialisten die Familie auf jede nur denkbare Weise anfeindeten. Gerade die jüdischen Bankiers, die bevorzugte Zielscheiben der in der nationalsozialistischen Wochenzeitung ‚Der Stürmer’ veröffentlichten Hasstirade waren, blieben in Wahrheit so gut wie unbehelligt. Wie ungestüm die Wogen der Nazipolemik auch gegen sie anbranden mochten, sie bekamen mehr Vorrechte eingeräumt als nahezu alle anderen Juden, während die NSDAP die von ihnen so wortreich geschmähte Finanzmacht munter ausbeutete. Möglich war das, weil den Straßenschlägern und kleinen Ladeninhabern, aus denen sich die Getreuen der Partei rekrutierten, die Welt der Privatbanken fremd war. M. M. Warburg & Co. dürfte mit achtzehn Millionen Reichsmark Kapital in Deutschland die größte und bedeutendste gewesen sein. Bestenfalls hätte man mit ihr noch Mendelssohn & Co. vergleichen können.

Daß Deutschland von jüdischen Bankiers profitierte, die das Volk angeblich ausplünderten, war eins der schmutzigen Geheimnisse des Nationalsozialismus. Sie verfügten über so manches, was Deutschland dringend brauchte: Ein großer Teil des Außenhandels wurde mit Hilfe von Warburg-Krediten über Hamburg abgewickelt, und die Nazis hatten nicht genügend Devisen, um das Land wieder aufzurüsten. Da Hitler ausschließlich mit einer starken Exportwirtschaft rasch die Arbeitsplätze schaffen konnte, die er brauchte, um seine Regierung zu stützen, räumte er gerade jenen besondere Vorrechte ein, die er am schärfsten verunglimpfte. Daß er damit der offiziellen Lehrmeinung der Partei über die Juden zuwiderhandelte, schien die ausführenden Organe nicht weiter zu kümmern.“[11]

Es ist aufschlussreich, wie Chernow hier die Bedeutung von Gelder zu geben verschweigt und dadurch die moralische Schuld dieser Kreditgabe in eine moralische Schuld der Kreditnahme umgeschrieben wird.

Aus Kreditvergaben von Warburg an die Nationalsozialisten macht Chernow eine „muntere Ausbeutung“ der Bank Warburg durch die Nationalsozialisten. Aus den verbrecherischen Krediten Warburgs für die Aufrüstung Hitler- Deutschlands macht Chernow ein „schmutziges Geheimnis des Nationalsozialismus“.

v.links Max Warburg (bekannt auch als Finanzierer von Lenin), Abraham Warburg und Paul Warburg (Gründer von US Federal Reserve Bank und Council on Foreign Relations) beim Parkspaziergang

1.2            Anlagen mit militärischer Bedeutung in Deutschland waren von den Alliierten bei Bombardierungen gezielt ausgespart worden

Im Studienort Göttingen prunkten noch 1970 die soliden, großen Gebäude der Aerodynamischen Versuchsanstalt, völlig unversehrt. Dort wurden bis 1945 die V-Waffen berechnet und die wichtigsten militärischen Flugberechnungen durchgeführt. In Bonn stehen im Universitäts-Kliniken-Bereich auf dem Venusberg unversehrte Türme, Gebäude, von denen V-2 Raketen 1944/45 abgefeuert wurden.

Die 3 km von Köln-Wahn entfernten Sprengstoff- und Munitionsfabri­ken Dynamit Nobel in Troisdorf sowie in Leverkusen-Schlebusch bestand 1998 weiter aus alten, unversehrten Anlagen. Die Sprengstoffabri­ken in Troisdorf wurden durch einen Scheinflughafen in der Nähe in Köln-Lind markiert. Wenn nachts britische Flugzeuge anflogen, wurde er massiv beleuchtet, angeblich zur Irreführung des Feindes. Ebenso blieben die um einen markanten Wasserturm auf der Linder Höhe angelegten Munitionsbunker unberührt.

Wenn ich zu Patienten im Altenheim Haus Monika in Köln-Ensen fahre, fahre ich unter sieben unversehrten Unterführungen des Verschiebebahnhofs Köln-Gremberghoven durch. Berichte von Patienten und Luftaufnahmen von Anfang 1945 im Heimatbuch „Rechtsrheinisches Köln“ zeigen, dass noch damals fast alle Gleise und Züge unversehrt waren. Dieser Verschiebebahnhof ist der zweitgrößte Europas. Er wurde zwar achtmal im Krieg angegriffen, aber für keine einzige Nacht funktionsunfähig geschossen[12]. Auch die große Siedlung der Bahnbeschäftigten in Gremberghoven wurde nur wenig bombardiert.

Der Bahnhof in Köln-Wahn, wichtig für den Truppentransport, blieb unangetastet. Der Militärflughafen Köln-Wahn blieb ebenso heil.

Der Militärflughafen Köln-Merheim/Ostheim blieb bis auf einen kleinen Störangriff am 20.07.1944 unangetastet.

Die Kasernen in Köln-Wahnheide, sie gehörten zu den größten des Deutschen Reiches, zeigen nicht die kleinsten Bombardierungs- oder Beschußzeichen. Als ich in der Bundeswehr u.a. in Bad Bergzabern, Zweibrücken und Altenstadt-Schongau Wehrdienst ableistete, befand ich mich dort immer in offensichtlich unversehrten Kasernen aus der Zeit vor 1945.

Die strategisch wichtigen Betriebe der Umgebung von Köln-Wahn sind alle unbombardiert geblieben: Feldmühle, Dielektra, Ruppert, Norton, Massey-Harrison usw…

Die riesigen Kraftwerke im rechtsrheinischen Braunkohlerevier hinter Wesseling, die 25% des deutschen Elektrostroms produzierten, blieben ausgespart. Als 12-jähriger Junge wußte sich ein Patient über kommende Anflüge von feindlichen Flugzeugen dadurch informiert, dass plötzlich über dem Elektrizitätswerk Brieskow-Finkenheerd bei Frankfurt/Oder die „Sperrballons“ auftauchten. Das Werk wurde nicht angegriffen. Das Sprengstoff-Werk Klientz in Sachsen-Anhalt wurde fast täglich von Berlin angreifenden Bombern überflogen und von diesen heil gelassen.[13] Die Junkers-Werke in Schönebeck/Elbe wurden nicht angegriffen.

Ebenso blieben fast alle weiteren Energieerzeuger und Umspann-Stationen des deutschen Reiches, Banken, Konzernzentralen, Eisenbahnknotenpunkte, Überseehäfen, Wasserversorger annähernd bis Kriegsende unangetastet.

Patienten berichteten, dass die Flugzeugwerke der Firma Messerschmitt in Augsburg lange Zeit nicht angegriffen wurden. I.G. Farbenindustrie Betriebe in Leverkusen, Aussig-Falkenau und Auschwitz sind von der deutschen Regierung mit Sperrballons gekennzeichnet worden. Sie blieben heil.

Die I.G. Farbenindustrie Hauptverwaltung in Frankfurt/Main blieb unangetastet.

Die Zyklon B-Herstellerin[14] Chemiefabrik Goldschmidt AG in Essen blieb ebenfalls ausgespart heil in einem Trümmermeer.

Das Verwaltungsgebäude der US-Firma Standard-Oil (ESSO) in Hamburg bekam einen Sperrballon und blieb, wie auch das Gebäude der britisch-niederländischen Firma Shell dort, unangetastet von alliierten Angriffen.

Die größte Waffenschmiede des Deutschen Reiches, die Krupp-Werke in Essen, war zu Beginn der britischen Bombardierungen 1941 kein Hauptziel für britische Angriffe[15].

Auch bei ausgewählten zivilen Objekten demonstrierten Piloten der Alliierten Bombenabwurfpräzision. Sie ließen genauso wie das Warburg-Bankhaus in Hamburg in der Ferdinandstraße „in einem Trümmermeer[16] das Haus von Lola Hahn, geb. Warburg und ihrem Ehemann Rudolf in Berlin-Wannsee „in einem Trümmermeer“[17] heil. Die Westdeutsche Kaufhof AG in Köln blieb zentimetergenau ausgespart in einem Trümmermeer heil.

Das Zwangsarbeiterlager Kalmusweiher bei Köln-Wahn wurde von der deutschen Regierung mit großen Buchstaben „PoW“ (=Prisoner of War, Kriegsgefangenenlager) gekennzeichnet und blieb unbombardiert. Die britisch-amerikanischen Bomber waren für diese ihnen vertraute Kennzeichnung wahrscheinlich dankbar.

Die Nichtbombardierungen waren kein Ergebnis von zu hastigem oder uninformiertem oder unpräzisem Angreifen. Die alliierten Flugzeuge hatten die absolute Luftherrschaft. Drei Tage nach Kriegsbeginn bereits warfen britische Flugzeuge ihre Last über dem ungeschützten Deutschland ab: Blätter, Flugblätter.

1.3            Deutsche Firmen produzierten im Krieg Militärmaterial für die Alliierten.

Am 25.12.1943 veröffentlichte, die Fachzeitschrift „Petroleum Times“, New York einen Vortrag des Standard-Oil-Beauftragten für Deutschland, Robert T. Haslam, dass I.G-Farbenindustrie vor dem Krieg der Standard Oil technische Informationen geliefert hätte, die für die Effizienz der technischen Kriegsführung der USA verantwortlich wären und dass auch die Erfolge der Russen auf I.G. Farbenindustrie-Technologien basierten.[18]

Im zweiten Weltkrieg stießen deutsche Soldaten in Rußland in eroberten sowjetischen Stellungen auf neue Krupp-Geschütze[19]. Die „berüchtigte“ 8,8 cm Flak 18 auf Kreuzlafette soll samt Lizenzbeschreibung 1936 an die Sowjet-Union geliefert worden sein, ebenso das Kampfflugzeug He 113 der Firma Heinkel im Jahre 1939, ebenso eine Panzer­abwehrkanone. Laut Alexandrov wurden bis 1940 die modernsten Kampfflugzeuge von Deutschland an die Sowjet-Union geliefert[20].

Patienten berichteten darüber hinaus, dass die Munitionsfabrik Nitroglycerinfabrik Krümmel in Hamburg-Geesthacht während des Krieges Waffen an England lieferte,

dass in einer Fabrik in der Schweiz unter der Aufsicht eines deutschen Majors und eines britischen Offiziers, die sich morgens freundlich begrüßten, Zünder für Bomben für Deutschland und für Großbritannien produziert wurden. Die jeweiligen Kontingente wurden durch Stacheldraht getrennt gelagert. Die Zünder für den britischen Verbrauch wurden auf dem Rhein unter schweizerischer Flagge durch Deutschland transportiert,[21]

dass Dynamit-Nobel in Troisdorf 1942 als „Gürtelschnallen“ deklariertes Material über Schweden an England lieferte,[22]

dass die Firma Zeiss-Jena während des Krieges optische Geräte für die Rote Armee über die Schweiz an die Sowjet-Union lieferte, und

dass die I.G. Farbenindustrie-Fabrik in Wuppertal das Tropen­krankheits­medikament Germanin während des Krieges an England lieferte.[23]

Am 10.08.1944 trafen sich deutsche Industrielle und Politiker in Strassburg, im Hotel Rotes Haus und verabredeten Schritte zur Fortsetzung wirtschaftlicher Aktivitäten und heimliche technische Maßnahmen[24] zur Anreicherung von Uran nach der angenommenen militärischen Niederlage des Deutschen Reiches. Teilnehmer des Treffens waren Regierungsbeamte und Vertreter von Krupp, Röchling, Messerschmitt, Rheinmetall, Büssing, Volkswagenwerk sowie von Niederlassungen in Posen-Polen von Brown-Boveri, Herculeswerke, Bosch und „Drose, Yanchew & Co.“ (Posen war Zentrum der deutschen Bio-Waffenforschung, A.d.V.). Organisator des Treffens war Johann Friedrich Scheid, Direktor der Hermsdorf-Schomburg Isolatoren GmbH, Wehrwirtschaftsführer, Geschäftspartner von Siemens und AEG für Hochspannungsisolatoren und Radioisolatoren.

Er war Agent des französischen Geheimdienstes seit 1916[25], Informant für Frankreich, die USA und Grossbritannien. Scheid regte an, die Aktivitäten mit Hilfe der Niederlassungen von deutschen Firmen in New York (1944!) zu steuern: Von Hamburg Amerika Linie, Hamburg (=Bank Warburg, HH, [Chef Max Warburg, „Ehrenarier“, war 1938 nach New York umgezogen], Bank Berenberg, HH, Bank Kuhn & Loeb, N.Y., Bank Harriman, N.Y.), von Leica/Leitz, Wetzlar, (vermittelte finanzierend mit dem „Leica Freedom Train“ jüdische Fachkräfte in die USA), von Zeiss, Jena (setzte z.B. 1943 jüdische Fachkräfte für kriegswichtige Produkte ein und soll im Krieg optische Geräte in die Sowjet-Union geliefert haben.)

Krupp war Lizenzgeber von Nirosta-Stahl über die Fa. Chemical Foundation, New York für US-Steel, Carnegie, American Steel and Wire, National Tube (also Mitarbeiter an der konventionellen US-Rüstung und am US-Atomwaffenprogramm, A.d.V.). Brown-Boveri befand sich im Teilbesitz von General Electric, USA und ITT, USA.

Scheid wurde am 1.1.1946 von den Sowjets zum Direktor „mit großem Aufgabenbereich“ ihrer „Sowjetischen Aktiengesellschaft“ (SAG) ernannt. Die SAG Wismut war wichtigster Lieferant des Urans für das sowjetische Atomwaffenprogramm.

Für Brown-Boveri, Krupp, Rheinmetall, Büssing (MAN), ist eine Beteiligung am späteren Atomwaffenbau in Südafrika nachgewiesen.

Die Generäle Wilhelm Keitel, Hans-Georg von Friedeburg und Hans Jürgen Stumpf wurden bei der Unterzeichnung der Kapitulation am 8./9.05.1945 mit Kaviar und Champagner feierlich bewirtet. Sie stießen mit den Siegern an.[26]

Mein Weltbild hatte bis 1997 gegenteilig ausgesehen. Widersprüche zwischen politischen Äußerungen und tatsächlichen Handlungen, die bis dahin verlegenes Schulterzucken und Verdrängen erzeugt hatten, entpuppten sich nun als Beweise für eine Zusammenarbeit von angeblichen Gegnern. Es wurde klar:

Der 2. Weltkrieg mit dem Tod von 55 Millionen Menschen war das Ergebnis einer gemeinsamen Strategie der Herrschenden der kriegführenden Länder.


[1] C.S.

[2] Der Mann, der ins KZ Auschwitz einbrach. Welt-Online, 14.05.2011

[3] In Wesseling, Leuna, Böhlen, Magdeburg, Scholven, Welheim, Zeitz, Lützkendorf, Pälitz, Brüx  und Heydebreck-Auschwitz..

[4] DuBois J. The Devil´s Chemists. Boston 1952:220; Beeidigte Erklärung von Ervin Schulhof vom 21.06.1947:1, und 203. National Archives, Washington: Nuernberg-Industrialists. Series 1933-1946 (Entry 171) number 7967. Zitiert bei Borkin:121. || Schulhof war jüdischer Häftling und Leiter des Arbeitsdienstes der Fabrik Monowitz-Auschwitz der I.G. Auschwitz AG (Hacklett A.D.V. Der Buchenwald-Report, Tübingen 1999;388/389). || Albert Speer, Rüstungsminister der NS-Regierung: „Der Gegner gestattete uns zwar danach den teilweisen Betrieb der großen chemischen Werke von Leuna …“ (Speer A. Erinnerungen, Frankfurt, 1969:360)

[5] Schwerwasser ist für die Produktion von Atombomben nutzbar.

[6] Hitlers amerikanische Geschäftsfreunde. ARD 29.01.2003. 2330 Uhr; nämlich z.B. IBM-Hollerith, General Motors-Opel, Ford Köln, Massey Harrison, Du Pont, Standard Oil-Esso, ITT-Focke-Wulf, ITT-Lorenz sowie zudem die britisch/ niederländische Shell, die niederländische Glanzstoff usw., s. folgendes.

[7] Holm FK. ESSO AG. 100 Jahre Dapolin, Standard, ESSO. Hamburg 1990. An den Anlagen besaßen I.G. Farbenindustrie 50%, Standard Oil 25% und Royal Dutch Shell 25% der Anteile.

[8] Holm FK. ESSO AG. 100 Jahre Dapolin, Standard, ESSO. Hamburg 1990:„1943“.

[9] Neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden Max Warburg (Chernow R. Die Warburgs. Odyssee einer Familie. Berlin: Wolf Jobst Siedler Verlag GmbH, 1994:345) und dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Carl von Weinberg waren 1933 u.a. im Aufsichtsrat folgende Personen jüdischer Herkunft vertreten: Fritz Haber, Otto von Mendelssohn-Bartholdy, Richard Merton (seit 1935 Aufsichtsrat), Ernst von Simson, Alfred Merton, Kurt Oppenheim, Wilhelm Peltzer, Gustav Schlieper, Leo Gans, Adolf Hauser, Otto Hauck, Richard von Schnitzler, Paul Warburg (bis 1932, dann American IG), Wilhelm vom Rath, Arthur von Weinberg. Der letzte war Mitglied der judenhassend-“antisemitischen“ DNVP und Geldgeber der NSDAP (Schweitzer E. Amerika und der Holocaust. Die verschwiegene Geschichte. München: Knaur Taschenbuch, 2004). Bruder Carl von Weinberg sagte gegenüber DuPont, dass er dem Nationalsozialismus seine volle Unterstützung gäbe (Borkin, laut Hirsch:725). Ende 1932 ließ die I.G. Farbenindustrie 95% der Beschäftigten kurzarbeiten. 1933 stellten sie 16.500, 1934 16.700 zusätzliche Arbeiter und Angestellte ein. (Heine IU. Verstand und Schicksal. Weinheim 1990:295). Gemäß der Definition der nationalsozialistischen Regierung (Reichsgesetzblatt 1938 I:627. Dritte Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14.06.1938, Artikel I., §1 Abs. 3) war I.G. Farbenindustrie 1938 eine jüdische Firma. Sie hatte während des Krieges 543 maßgebliche Beteiligungen im „Ausland“ und 337 im „Inland“ und 1943 199.500 Beschäftigte.

[10] Chernow R. Die Warburgs. Odyssee einer Familie. Berlin: Wolf Jobst Siedler Verlag GmbH, 1994:449. Er schied laut Heine 1933 aus.

[11] Chernow R. Die Warburgs:459

[12] Die Bomben wurden dabei neben die Gleise geworfen: T.H.

[13] Honig G. Ein Akt der Barbarei. Leserbrief. Der Spiegel 3/2003:10

[14] Goldschmidt produzierte 15%, I.G. Farbenindustrie 42,5% und Degussa 42,5% des Giftgases

[15] Niehaus W. Die Radarschlacht. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1977:211.

[16] Chernow R. Die Warburgs. Odyssee einer Familie. Berlin: Wolf Jobst Siedler Verlag GmbH, 1994:640

[17] Chernow R. Die Warburgs. Odyssee einer Familie. Berlin: Wolf Jobst Siedler Verlag GmbH, 1994:644

[18] Haslam RT. Secrets Turned into Mighty War Weapons Through IG Farben Agreement. The Petroleum Times, Dec 25, 1943. Diese Aussage informierte zwischen den Zeilen, dass I.G. Farbenindustrie Technologie für Giftgase an die USA und die Sowjet-Union gegeben hätte. || Die Reichswehr hatte mit der Roten Armee in der Sowjet-Union bei Tomka/Saratow Giftgas produziert und Giftgas-Krieg geübt. Dass die deutsche Regierung die Lieferungen dieser geheimsten strategischen Technologie nicht ahndete, beweist, dass sie diese genehmigt hatte.

[19] s. auch Frankfurter Allgemeine Zeitung 23.10.2000. Leserbrief Leihe, Paul Arthur „Erbeutete Krupp-Kanonen“.

[20] Alexandrov A. Die deutschen Flugzeuge in russischen und sowjetischen Diensten 1919 – 1951. Flugzeug Publikation GmbH, 1997:134-5.

[21] H.B.

[22] P.O.

[23] P.K.

[24] US Military Intelligence report EW-pa-128 Enclosure No. 1 to despatch No. 19.489 of Nov. 27 1944 from the Embassy at London, England. Subject: Plans of German industrialists to engage in underground activity after Germanys defeat flow of capital to neutral countries.

[25] Junge Welt, 3.12.2004

[26] Kershaw I. The End. Zitiert in Blasius R. Aktive Schritte zur Selbstbefreiung. FAZ 09.05.2012

Deutsche Waffen seit 1944 gegen Palästinenser

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch „Morde alle Jubeljahre – Urheber und Methoden von Massenmorden“. Das vollständige Buch können Sie als E-Book (pdf, E-Pub) oder gedruckt im Shop erwerben.


8.5 Deutsche Waffen seit 1944 gegen Palästinenser

1948 hatte der neu ausgerufene Staat Israel aus dem Stand 250.000 Soldaten unter Waffen. Die jüdischen Freischärler, Truppen benutzten u.a. deutsche Me 109-Jagdflugzeuge, MG-42-Maschinengewehre, K-98 Mauser-Sturmgewehre und Rheinmetall-Panzerfäuste[1] für die Eroberung.

A female Israeli Defense Forces soldier cleaning what appears to be one of the Model 1930/K98 rifles purchased by Israel from Fabrique Nationale in Belgium. www.tactical-life.com

Deutsche Panzer der Typen „Königstiger“ und „Panther“, dürften den Kampf gegen Ägypten, Syrien, Jordanien mitentschieden haben. Sie waren u.a. in der Ardennen-Offensive im Dezember 1944 von deutschen Truppen in Regionen Belgiens unversehrt, startfertig abgestellt worden, verschwanden dann aber spurlos.

Die gesamten Montagebänder und die Einzelteile einschließlich Triebwerken „Daimler-Benz 605“ bzw. „Junkers Motoren 211“ für die Produktion von Me 109 waren von der Organisation Todt 1944 in die Tschechoslowakei in das Avia Werk in Prag-Letňany verlagert worden.[2] Ebenso war die Produktion des Fieseler Storches in die Tschechei verlegt worden. Nach Kriegsende wurde von dort die Jewish Agency weiter bzw. ab 1948 der Staat Israel beliefert. Einer der beiden bis Kriegsende unbenutzten deutschen Flugzeugträger, „A“ und „B“ getauft, dann „Graf Zeppelin“, dann, mit Andeutung seines vorgesehenen Einsatzes „Zugvogel“ genannt, wurde vor die Küste Palästinas gebracht. Er diente als Start- und Landebahn für Me 109-Jäger bei der Eroberung Palästinas.[3]

Flugzeugträger „Graf Zeppelin“ nach dem Stapellauf

Dass die deutschen Truppen in Nordafrika große Depots mit sauberem Wasser, Munition, Kriegsgerät hinterließen, bestätigte mir ein britischer Patient. Dass die britischen Truppen den deutschen Truppen dabei halfen, durch Überlassen von ungezählten Depots mit Benzin, Munition und Konservenbergen, berichtete mir ein Patient, der u.a. Rommel als Fahrer gedient hatte.

In Israel setzten eingebürgerte Angehörige der ehemaligen Deutschen Wehrmacht wie z.B. Shlomo Perel, Günter Ballauch, Siegfried Behrendt, Ephraim Glaser, Nachemia Wurmann, Karl Heinz Maier, Bob Winter[4] den rassistischen Eroberungskrieg Adolf Hitlers fort. Während des Sechs Tage Krieges 1967 kämpften „hunderte“ deutsche ehemalige Waffen-SS- bzw. Wehrmachtsangehörige für Geld und nach Hinweis auf begangene Kriegsverbrechen gegen aegyptische, jordanische, syrische Soldaten.[5]

8.6 Einsatz jüdischer Soldaten in der deutschen Luftwaffe

Der Einsatz jüdischer Soldaten in der deutschen Luftwaffe erfolgte aus strategischen Gründen. Erhard Milch war gemäß jüdischem und deutschem Rassegesetz Jude. Ebenso Helmut Wilberg, der General der Luftwaffe. Martin Wronski, der stellvertretende Chef der Lufthansa unter Hitler und Chef der Lufthansa unter den Siegermächten nach dem 8. Mai 1945, war jüdischer Herkunft. Anton Graf von Arco-Valley, Sohn der Emmy, geborenen Freiin von Oppenheim, Bankierstochter aus Köln, verheiratet mit der Tochter des Bankiers Marcus Wallenberg aus Stockholm, wurde Direktor der Lufthansa nachdem er zwei Jahre Ehrenhaft in Landsberg für die Ermordung Kurt Eisners verbracht hatte.

Das Reichsluftfahrtministerium in Berlin wurde von den alliierten Bomberpiloten bei deren sorgfältigen Bombardierungen präzise ausgespart. Es dient heute als Bundesfinanzministerium.


[1] Verlag für geschichtliche Dokumentation. Illustrierte Weltgeschichte von 1945 bis heute. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching 1980.[2] Mitwirkende waren von September 1944 bis Ende April 1945 dort Franz Roman Nüßlein und Marga Henseler, deren Tätigkeit im Zusammenhang mit der Publikation des Auswärtigen Amtes „Das Amt“ im Jahre 2010 erörtert wurde. Sie führten ab 1955 bzw. 1960 die Lieferung von Waffen an Israel fort, auch im Rahmen der späteren Firma „Sportavia Pützer“, Bonn.

[3] Diese Ausrüstung der israelischen Armee mit deutschen Waffen erklärt auch, warum sie sich nachweisbar 11 Jahre nach Kriegsende ausgerechnet vom demilitarisierten Deutschland unter Verteidigungsminister Franz Joseph Strauß mit Waffen aller Art einschließlich Panzern, Fahrzeugen und Ersatzteilen ausrüsten ließ. Der von Israel benutzte Panzer „Merkava“ entspricht dem in Argentinien gebauten Thyssen-Panzer „TAM“.

[4] Rigg B. Hitlers jüdische Soldaten. Paderborn: Verlag Ferdinand Schöningh, 2003:60, 350

[5] Sohn eines Ex-Waffen-SS-Teilnehmers

Bundesrepublik Deutschland und Südafrika: Militärisch-nukleare Partner?

Aus dem Buch: Namibia, Bremen und Deutschland – Ein steiniger Weg zur Freundschaft
von Heinz Gustafsson, Aschenbeck & Holstein Verlag, Delmenhorst / Berlin 2003, ISBN 3-932292-40-5

Am 23. Oktober 1979 wies Wolff Geisler (geb. 1941), Experte in der Kenntnis um die militärische Unterstützung des Kaplandes durch die Bundesrepublik, mit dem Thema ‚Bundesrepublik Deutschland und Südafrika: Militärisch-nukleare Partner?‘ auf folgende Gegebenheiten hin:
»Südafrika ist das einzige Land der Welt, in dem Rassismus in der Gesetzgebung verankert ist. Südafrika ist das Land in Afrika, das die besten wirtschaftlichen Voraussetzungen für seine Bewohner bietet. Es hat die größten Bodenschätze, es hat besonders günstige klimatische und für die Landwirtschaft geeignete Bedingungen.
Trotzdem ist – und das muss laut gesagt werden – das Pro-Kopf-Einkommen der dunkelhäutigen Bevölkerung in Südafrika nicht, wie die Befürworter des Rassismus hier in der Bundesrepublik und in anderen Staaten behaupten, an erster, sondern an neunter Stelle in Afrika. Ich kann Ihnen Dokumente der südafrikanischen Regierung vorlegen, in der sie selber sagen, es gibt mindestens fünf Staaten in Afrika, in Schwarzafrika, in denen das Pro-Kopf-Einkommen der dunkelhäutigen Bevölkerung höher ist. Das heißt also, Apartheid bedeutet nicht, wie man uns hier weismachen will, daß sich diese Unterdrückung letzten Endes auch zum Wohle der Unterdrückung auswirkt. Das ist dummes Zeug. Apartheid bedeutet, wie gesagt, eine Verringerung des Pro-Kopf-Einkommens der Ausgebeuteten, es bedeutet, dass die Säuglingssterblichkeit in Südafrika trotz der besseren wirtschaftlichen Voraussetzungen an elfter Stelle in Afrika kommt.
Man kann nachweisen, daß durch die Apartheid-Gesetzgebung jedes Jahr 7.000 Kinder in Südafrika ermordet werden. Ermordet werden, denn daran sind die Gesetze in Südafrika schuld. Und es bedeutet, dass die Müttersterblichkeit in Südafrika an vierzehnter Stelle in Afrika kommt, also erst an vierzehnt-günstigster Position.
Es wird dann sicherlich eingewendet werden, wie das von den Vertretern der südafrikanischen Regierung, der Botschaft hier, geschieht: ‚Woher wollen Sie denn das wissen, es gibt doch gar keine Statistik?‘
Ja, das ist interessant, es gibt tatsächlich in diesem Industrieland Südafrika keine Statistik über die gesundheitlichen Verhältnisse. Aber der Nachweis ist zu führen, es gibt Experten, es gibt dort arbeitende Missionare, es gibt Statistiken, die von anerkannten Wissenschaftlern aufgestellt worden sind, aus denen abzulesen ist, dass sich die gesundheitlichen Verhältnisse in Südafrika derartig katastrophal für die Unterdrückten auswirken.

Nun, was haben wir mit diesem Land zu tun? Die Bundesrepublik ist der größte Handelspartner Südafrikas, der größte Lieferant für diesen Staat. Die Bundesrepublik ist größter Kreditgeber für diesen Staat. Die Bundesrepublik war noch im letzten Jahr der größte Bezieher von Goldmünzen, sogenannten ‚Krüger-Rands‘ aus Südafrika. Inzwischen dürften die USA aufgeholt haben, aber immerhin, auch da hatten wir einen einsamen Rekord. Die bundesdeutschen Investitionen in Südafrika betrugen 1977 nach Aussagen des südafrikanischen Botschafters 12 Milliarden DM. Die Bundesregierung gibt die Investitionen in Südafrika mit 648 Millionen DM, also etwa einem Zwanzigstel davon, an. Sie rechnet nämlich die Reininvestitionen und die Investitionen, die über die Schweiz und Kanada und andere Zwischenländer gemacht worden sind, nicht dazu. Aus gutem Grund.
Wie kommen die Beziehungen zustande? Es ist nicht freier Wettbewerb, es ist nicht mehr normaler Fluss des Kapitals nach dem Motto ’na ja, man kann verdienen, der Rassismus ist uns egal‘, sondern diese Beziehungen werden gefördert.
Die Handelsbeziehungen dadurch, dass die staatlichen Exportgarantien für Lieferungen nach Südafrika – kein Kaufmann hier würde sich auf das Spiel, auf das verlorene Spiel des Rassismus noch einlassen – von 1976 bis Ende 1977 von 0,6 auf 3,8 Milliarden gestiegen sind. Im letzten Jahr sind mindestens weitere 300 Millionen dazugekommen. Das heißt also, die Bundesregierung bürgt für die Zahlungsfähigkeit des Apartheidstaates. Sie hat ein Interesse daran, dass diese Zahlungsfähigkeit, sprich die Verhältnisse in Südafrika, erhalten bleiben. Denn wenn diese Zahlungsfähigkeit zum Teufel geht, steht der Steuerzahler dafür gerade.
Mit der staatlichen Finanzierung von Messen in Südafrika werden diese Wirtschaftsbeziehungen weiterhin angeregt. Und es gibt sogar subventionsbegünstigte staatliche Exportkredite für Südafrika, nämlich für den Verkauf von Airbussen, von denen gerade jüngst wieder einer geordert wurde, der zum Teil auch hier in Bremen gefertigt wird.
Und, was wir noch haben, um die Investitionstätigkeit in diesem Land des Rassismus anzuregen, ist ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesregierung und Pretoria, das seit 1975 in Kraft gesetzt wurde.
Dieses Abkommen bedeutet, dass die Bundesregierung auf die Erzielung bzw. auf die Einnahme von Steuern aus der Tätigkeit hiesiger Firmen im Apartheidsstaat verzichtet und sie den Unternehmern schenkt. Das bezahlen wir Steuerzahler. Und dieses Abkommen ist, zusätzlich zu dem Skandal, dass es überhaupt abgeschlossen wurde – es gibt in ganz Afrika nur noch mit den vier Staaten Ägypten, Tunesien, Marokko und Sambia so ein Abkommen, sonst mit keinem anderen Staat in Afrika – sogar rückwirkend für zehn Jahre abgeschlossen worden. Das heißt, den Unternehmern, die in Südafrika investiert haben, sind anschließend Milliarden angesichts der investierten Summen in den Rachen geschoben worden. Ihre Tätigkeit in diesem Staat ist damit gutgeheißen worden. Das ist beinahe unvorstellbar, aber diese Sachen sind in den entsprechenden Bundesgesetzblättern jederzeit nachzulesen.
Die Bundesrepublik unterhält als einziger Staat mit diesem Lande des Rassismus ein Kulturabkommen. ‚Kultur‘!
Die Bundesrepublik war der letzte Staat, der ein Konsulat in Windhoek, das heißt also im völkerrechtswidrig besetzten Namibia, unterhalten und es erst vor kurzem geschlossen hat. Aber die Tätigkeit besteht weiter. Und der wahren legitimierten Vertreterin des namibischen Volkes, der SWAPO, hat die Bundesregierung nichts bezüglich der Schließung des Konsulats offiziell mitgeteilt.
Vor dem Hintergrund dieser Zahlen, dieser Andeutungen der unglaublichen, geschmacklosen – man muss zu solchen moralischen Begriffen greifen – Beziehungen mutet es dann nicht mehr so ganz unverständlich an, ist es nicht mehr so ganz unglaublich, dass es tatsächlich militärische, ja sogar nukleare Beziehungen mit diesem Staat gibt.
Die Bundesregierung leugnet – natürlich – aus gutem Grund, dass es militärische, nukleare Beziehungen gibt. Wir hatten vor einem Jahr, im November, einen Kongress über diese nuklearen Beziehungen Bundesrepublik – Südafrika. Und kurz vor diesem Kongress hat die Bundesregierung die Broschüre ‚Zur Sache – Widerlegung der Vorwürfe einer angeblichen nuklearen und militärischen Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Südafrika‘ verbreitet. Darin bezieht sie sich lediglich auf Aussagen der Firmen. Es ist
eine im Grunde uninteressante Broschüre. ich kann Ihnen sagen, in New York, bei der UN0 habe ich erfreulicherweise erfahren, dass diese Broschüre vielen sich mit dieser Thematik beschäftigenden Regierungen die Augen geöffnet hat. Denn die Art und Weise, wie hier argumentiert wird, hat diesen klar gemacht, dass die Bundesregierung keine Argumente besitzt.
Diese Broschüre wurde am 5. Dezember 1978 zum zweiten Mal aufgelegt. Am 4. Dezember, also einen Tag vorher, hat ‚Die Welt‘, die ja nicht gerade im Verdacht steht, die Überwindung des Apartheid-Regimes zu betreiben, einen Geheimbericht des Chefs des Bundesnachrichtendienstes, General Wessel, an die Bundesrepublik veröffentlicht, in dem General Wessel von ‚bedeutenderen Geschäften, Lieferung von Waffen und militärischen Gütern aus Bundeswehrbeständen nach Südafrika‘ unter Einschaltung des Bundesnachrichtendienstes berichtete.
Die Bundesregierung behauptet in dieser Broschüre, wer sagt, es gäbe eine nukleare, militärische Zusammenarbeit, der betreibe das Geschäft der Sowjetunion in Afrika. General Wessel betreibt also das Geschäft der Sowjetunion in Afrika. Mit derartigen Argumenten wagt die Bundesregierung der Öffentlichkeit gegenüber aufzutreten. Es gibt also Lieferungen von militärischem Material. Wenn wir mit Bremen anfangen, weil wir hier in Bremen sind: Die Firma ‚Vereinigte Flugtechnische Werke Fokker‘ hat nach Südafrika angeblich neun – das sagt man ganz offen – in Wirklichkeit aber zwanzig Transall-Transportmilitärflugzeuge geliefert. Dieses Geschäft wurde, wie in dem Geschäftsbericht der Firma zu lesen ist, über Frankreich abgewickelt. Es gibt weiterhin hier in Bremen z.B. die Firma Krupp-Atlas-Elektronik. Diese Firma liefert Radar-Sonar-Geräte für vier Korvetten, die für Südafrika gebaut und 1977 übergeben worden sind. Sie liefert ebenfalls Navigationsgeräte für vier Raketenschnellboote, die erst 1978 nach Südafrika geliefert worden sind. Diese Boote sind zum Teil in Israel, in Haifa, zum Teil in Durban/Südafrika fertiggestellt worden. Diese Boote werden mit speziellen Schiffsmotoren der Firma MTU in Friedrichshafen ausgerüstet. Die Entwürfe für diese Boote kommen von der Firma Lürssen in Bremen. Die Boote haben exakt die Abmessungen der Exportvariante des Schnellbootes S-143 der Bundesmarine.
Die Firma VFW Fokker hat, wie gesagt, jetzt neuestens bekannt gegeben – innerhalb des Airbus-Konsortiums – dass ein weiterer Airbus nach Südafrika geliefert wird. Die bisher gelieferten vier Airbusse waren ein Modell, das auf Betreiben der Bundesregierung mit einer speziellen Auftankvorrichtung für das Auftanken von Düsenjägern in der Luft ausgerüstet worden sind. Eine derartige Version ist laut Kriegswaffenkontrollgesetz eine Waffe. Und derartige Flugzeuge sind also im Auftrage der Bundesregierung entwickelt und die Vorrichtungen dafür mit diesen sogenannten Zivilflugzeugen nach Südafrika geliefert worden.
Inzwischen ist, wie gesagt, ein neuer Airbus bestellt worden. Und selbst wenn dieser neu bestellte Airbus nicht diese Auftankvorrichtung und die Möglichkeit zum Transport von Verwundeten – innerhalb von 20 Minuten kann das Flugzeug von der Zivilversion für den Verwundetentransport umgerüstet werden – besitzt, selbst wenn das Flugzeug ein reines Passagierflugzeug ist, besitzt es natürlich weiterhin eine erhebliche Einsatzfähigkeit für den Transport von Truppen. Als Beweis dafür, wie so eine Maschine angesehen wird, sei erwähnt, dass die US-Regierung 1976 den Verkauf von Boeing-Flugzeugen an Angola, die in ihrer Transportkapazität genau diesen Airbussen entsprechen, verhindert hat, obwohl diese Flugzeuge bereits bezahlt waren. Auch im letzten Jahr, 1978, verhinderte sie die Auslieferung von derartigen Großraumtransportflugzeugen an Libyen, das ebenfalls diese Flugzeuge bereits bezahlt hatte. Das kommt also von Bremen.
Ich kann Ihnen jede Menge weitere Beispiele wie Militärelektronik, Aufbau eines Radarüberwachungssystems, Lieferungen von Militärtransportern, Unimog-Fahrzeugen, von Kriegsgerät zu Wasser, zu Land und in der Luft, die aus der Bundesrepublik nach Südafrika geliefert worden sind und geliefert werden, nennen.
Der Aktualität halber: Was ist geschehen, seit die Vereinten Nationen, der Weltsicherheitsrat, im November 1977 ein Waffenembargo verhängten?
Natürlich: seitdem nichts mehr offiziell. Tatsache ist, dass diese Raketenschnellboote – Entwürfe aus Bremen – zumindest mit Schiffsmotoren, Spezialschiffsmotoren, die aus unmagnetischen Materialien hergestellt werden, ausgerüstet wurden und das diese Schiffsmotoren von der Firma MTU in Friedrichshafen geliefert worden sind.
Weiterhin liefert die Firma Klöckner-Humboldt-Deutz in Ulm unter der Bezeichnung ‚Projekt Schwalbe‘ seit 1978 und zur Zeit speziell für militärische Zwecke ausgerüstete Fahrzeuge nach Südafrika.
Die Firma Globus-Reederei in Hamburg hat in den Jahren 1977, 1978 und noch 1979 auf einem Schiff, der ‚Tuegaland‘, Waffen aus Kanada, aus Spanien, Waffen, die zum Teil aus amerikanischen, zum Teil sogar aus indischen Beständen kamen, nach Südafrika transportiert.
Der Transport derartiger Kriegsmaterialien ist genehmigungspflichtig. Wir haben bei der Staatsanwaltschaft dagegen Strafanzeige gestellt. Da behauptet die Staatsanwaltschaft das Schiff sei an eine südafrikanische Rederei verchartert. Daraufhin argumentierten wir, laut Gesetz ist, wenn das Schiff die Bundesflagge führt, der Transport genehmigungspflichtig, muss von der Bundesregierung genehmigt werden. Daraufhin antwortete dann im nächsten Schreiben die Staatsanwaltschaft in Hamburg, sie weigere sich weiterhin, ein Verfahren gegen diese Reederei zu eröffnen. Sie erklärte, der Reeder bzw. der Kapitän hätten nicht gewusst, was für Materialien da transportiert würden. Es ist nachweisbar, – Sie können den Film bei BBC London Panorama sehen – dass beim Zwischentransport in Antigua ein Container mit Gewehren und mit speziellen Artilleriegeschossen aufgegangen ist, und diese Waffen herausgefallen sind. Da gibt es Aussagen von Dockarbeitern dort. Und der Staatsanwalt in Hamburg behauptet, der Kapitän bzw. die Reederei könnten für diese Geschichte nicht belangt werden. Sie eröffneten erst gar kein Verfahren, weil der Kapitän ja nichts gewusst hat. Sie haben also blinde Kapitäne.
Man bemüht sich, dieses Waffenembargo,das sich immer schwerer umgehen lässt, weil ja nun langsam einige Leute aufpassen, dadurch zu umgehen, indem man jetzt in Südafrika speziell neue große Waffenfabriken baut. Es gibt jede Menge. Ich kann Ihnen 80 Firmen aus der Bundesrepublik nennen, die in Südafrika Niederlassungen unterhalten, in denen militärisches Material produziert wird. Es werden jetzt aber im großen Umfang neue Fabriken gebaut.
Volkswagen produziert im Werk Uitenhage Jeeps. Zitat ‚Blick in die Wirtschaft‘, Wirtschaftsteil der FAZ vom 17. Juli 1976. Die Firma Daimler Benz ist dabei, gemeinsam mit der Firma MAN ein Werk in der Nähe von Kapstadt, bei Atlantis, zu errichten, in dem Motoren gebaut werden. Diese beiden Firmen sind zusammen in der Bundesrepublik in dem Werk Motoren-Turbinen-Union MTU vereinigt,
das sämtliche Motoren für die Kriegsmarine der Bundesrepublik und sämtliche Panzermotoren produziert. Diese Firmen bauen jetzt in Südafrika ein Werk auf.
Preisfrage: Was wird dort produziert?
Die Produktion von normalen Lastwagenmotoren in Südafrika ist völlig unwirtschaftlich. Sie können die Berichte in der südafrikanischen Wirtschaftspresse lesen: Die Produktion von derartigen Lastwagenmotoren kommt dort nicht in Frage.
Und zur selben Zeit errichtet die Firma Zahnradfabrik Friedrichshafen, die bei der Produktion der erwähnten Panzermotoren beteiligt ist, ebenfalls in Südafrika ein Getriebewerk. Wir haben also bald die Produktion der Materialien, die man aus der Bundesrepublik nicht nach Südafrika transportieren kann, in Südafrika selbst.
Zur Frage, wie das Waffenembargo eingehalten wird, wie ernst es denjenigen, die die Fäden hier in diesem Lande in den Händen halten und derartige Entscheidungen fällen können, mit Beschlüssen des Weltsicherheitsrates ist: Die Bundesrepublik hat ausdrücklich erklärt, dass Lieferungen für das Projekt ‚Advokat‘ – dieses Radarüberwachungssystem, das ganz Südafrika mit einem Radarschirm umgibt und so die Überwachung des See-und Luftraumes ermöglicht -, dass Lieferungen für dieses Projekt nicht als Lieferungen von Militärgütern einzustufen sind. Der Export dieser Materialien ist zwar genehmigungspflichtig, wie uns die Staatsanwaltschaft, bei der wir Strafanzeige gestellt haben, mitgeteilt hat, und die Genehmigungen sind auch von der Bundesrepublik gegeben worden, denn das sind Waren – laut Gesetz – ‚Waren von strategischer Bedeutung‘. Aber laut Bundesregierung sind das alles keine militärischen Lieferungen, sie können also fortgehen.
Die US-Regierung ist auf dem Gebiet sogar ein klein wenig weiter, indem sie heute offiziell Lieferungen von Militärelektronik an die südafrikanischen Streitkräfte nicht mehr zulässt.
Die Bundesregierung tut es weiter.
Der allerdickste Hammer aber ist die Lieferung von technischen Prozessen und den dazugehörigen Maschinen zur Herstellung von nuklearem Spaltmaterial in Südafrika.

Das, was ich bisher gesagt habe, und das, was ich jetzt sage, wäre dann, wenn es nicht stimmen würde, eine Möglichkeit, mir gerichtlich zu Leibe zu rücken.
Ich habe eine ganze Menge Verfahren über mich ergehen lassen müssen. Es wurde ermittelt wegen ‚Beleidigung von Vorster‘, ‚Beleidigung von Bundeskanzler Schmidt‘, ‚Beleidigung des Apartheid-Regimes‘. Auch vor kurzem, weil wir ein Schild auf einer Demonstration zeigten:
‚Mörder von Soweto – Verbündete der NATO‘.
‚Mörder von Soweto‘ ist also eine Beleidigung, deswegen läuft zur Zeit ein Verfahren gegen mich, weil ich ein Sprengstoffattentat gegen die Firma verübt hätte und dergleichen Geschichten.
Aber zur Sache selber: Was die Aussage der Anti-Apartheid-Bewegung, der ich angehöre und in deren Namen ich diese Sachen im Allgemeinen vortrage, was den Inhalt dieser Aussage betrifft, so hat es zu dieser Sache bisher kein Verfahren gegeben, Sie mögen daraus ermessen, auf welchen Füssen die Gegenseite, die behauptet, es gibt keine militärische und nukleare Zusammenarbeit, steht. Denn, wie gesagt, man bemüht sich durchaus, mit Verfahren der Geschichte beizukommen.
Zur Herstellung von Atombomben gibt es zwei Möglichkeiten. Das eine ist die Gewinnung von Plutonium als Spaltstoff, als Sprengmaterial für die Atombomben, oder aber hochangereichertes Uran. Plutonium wird aus Atomreaktoren gewonnen, die Anreicherung von Uran geht über die sogenannte Urananreicherung. Südafrika hat nachweislich den Weg über die Anreicherung gewählt. Und es gibt für diese Anreicherung zur Zeit drei Verfahren, die sich unter wirtschaftlich einigermaßen vertretbaren Umständen verwirklichen lassen. Das eine ist die Gasdiffusion, die bisher eigentlich stets angewandt wurde.

Die zweite ist die Ultrazentrifugierung, die gemeinsam von Großbritannien, den Niederlanden und der Bundesrepublik betrieben wird (das mag Ihnen einen Eindruck geben, wie schwer es ist, so etwas anzuwenden, so eine Urananreicherung zu betreiben). Und das dritte ist das sogenannte Trenndüsenverfahren, das in der Gesellschaft für Kernforschung in Karlsruhe entwickelt wurde und weltweit für die Bundesrepublik patentrechtlich geschützt ist. Dieses Verfahren darf also nirgends auf der Welt ohne Zustimmung der Bundesregierung angewendet werden. Und es lässt sich nachweisen, heute bereits aus Erklärungen von Beamten der Bundesregierung, z. B. des Afrikareferenten Müller, der anlässlich einer Tagung der Friedrich-Naumann-Stiftung vor vier Wochen gesagt hat, dieses Trenndüsenverfahren sei nach Südafrika gegangen und werde dort angewandt. Erklärungen der südafrikanischen Seite, des zuständigen Atombehörden-Chefs auf einer Konferenz in Paris, in der er das Verfahren beschrieb, machen eindeutig klar, dass Verfahrensschritte, die für die Gesellschaft für Kernforschung patentiert sind, von den Südafrikanern benutzt werden. Selbst die Angaben der Südafrikaner machen das klar.
Die Benutzung des Verfahrens ist nachweisbar, es existieren darüber veröffentlichte Schriftsätze, die der ANC, die Befreiungsbewegung Südafrikas veröffentlicht hat.
Dieses Verfahren ist unter aktiver Beteiligung und Mithilfe von Ministerien der Bundesregierung (Forschungs-und Wirtschaftsministerium) seit 1971 nach Südafrika gegeben worden.
Die von der Bundesregierung kontrollierte Firma STEAG in Essen hat gemeinsam mit der südafrikanischen Atomenergiebehörde, d.h. mit der südafrikanischen Regierung, die Pläne für die Errichtung einer Anlage mit einer Kapazität von 2.400 Tonnen entworfen.
Am 17. Oktober 1973 hat das Bundeskabinett über die Vergabe einer Lizenz dieses Verfahrens nach Südafrika beraten. Der Antrag der Firma STEAG auf die Vergabe der Lizenz war verkleidet in einem Antrag auf Gewährung eines Exportkredites und der staatlichen Hermes-Garantie für die Beteiligung der Firma STEAG an einer Urananreicherungsanlage Südafrika. Und es gab gegen diesen Vorschlag nur von zwei Mitgliedern des Bundeskabinetts, Eppler und Maihofer, Widerstand. Alle anderen – Sie können sich die Namen derer, die da beteiligt gewesen sind, mitteilen lassen – haben dafür gestimmt. Die Entscheidung darüber ist wegen der ungeheuren Brisanz dieses Vorgangs dann um eine Woche verschoben worden. Am nächsten Tag hat die STEAG den Antrag auf Gewährung dieses Exportkredites und der Staatsgarantien zurückgezogen. Es ist infolgedessen keine Entscheidung dafür oder dagegen gefallen. Sie wäre ‚dafür‘ ausgefallen. Sie ist aber nicht getroffen worden.
Und da zu dem damaligen Zeitpunkt die Gewährung von Lizenzen frei war, d. h. jede Firma in der Bundesrepublik ohne Genehmigung von Lizenzen über Waffenproduktion, über Atombombenproduktion, über Tod und Teufel nach Südafrika gehen konnte (dieses Gesetz ist erst am 17. März 1978 geändert worden), da also damals der Lizenztransfer frei war, hatte die Firma STEAG weiterhin freie Hand bei der Vergabe dieser Lizenzen.
Und die Vergabe dieser Lizenz war, ich zitiere Erhard Eppler ’notwendige Voraussetzung‘ für eine dann in Angriff genommene gemeinsame Studie der Firma STEAG und der südafrikanischen Atombehörde. D. h. also, STEAG und die Südafrikaner machten dann gemeinsam eine Studie, und das bestreitet heute keiner, das bestreitet auch die Bundesregierung nicht, dass sie diese Studie von 1973 bis 1976 machten. Und die ‚essential precondition‘, wie Eppler das gegenüber einem britischen Journalisten sagte, die entscheidende Voraussetzung für diese Studie war die Vergabe der Lizenz an Südafrika. Und das ist geschehen. Seit 1976 wird die Anlage gebaut.
Man hat damals in Südafrika erst in kleinem Maßstab eine labormäßige Anlage gebaut. Was die Größe der Anlage anbelangt, sind wir dabei auf Angaben der Südafrikaner angewiesen. Wenn diese Angaben zutreffen, dann ist Südafrika seit Ende 1977 in der Lage, alle anderthalb Jahre den Spaltstoff für eine Atombombe zu gewinnen. Es kann sein, dass das überhaupt nicht stimmt, es kann sein, dass es viel mehr ist, das wissen wir nicht.
Südafrika ist also möglicherweise bereits heute dabei, den Spaltstoff zu gewinnen. Aber seit 1976 ist Südafrika dabei, eine Anlage, in der im großen Stil Spaltstoff für Atombomben gewonnen wird, herzustellen. Wenn die südafrikanischen Angaben zutreffen (die schwanken, mal hieß es, sie würden sie gar nicht mehr bauen, das geht so hin und her) aber wenn die Berechnungen, die uns zur Verfügung stehen, stimmen, dann dürfte Südafrika ab 1981 in der Lage sein, jedes Jahr etwa den Spaltstoff für 20 Atombomben zu gewinnen. Vielleicht für zehn, aber man muss mit zwanzig rechnen.
So eine Anlage, in der das passiert, so eine Urananreicherungsanlage, besteht aus einer großen Zahl von hintereinander geschalteten, sogenannten Trennstufen. Jede Trennstufe sieht aus wie die andere. Man muss da etwa 200 hintereinander stellen. Es gibt Möglichkeiten, vielleicht auch bloß 60 zu benötigen, aber auf jeden Fall muss es eine größere Anzahl sein.
Jede einzelne Trennstufe besteht aus einem Elektromotor, der einen Verdichter treibt. Der Verdichter drückt das gasförmige Uranhexachlorid durch sogenannte Trennelemente. In diesen Trennelementen wird das Uran, das in der Natur in einem Gemisch aus nichtspaltbaren und spaltbaren Anteilen vorkommt, in diese Mischbestandteile gespalten, aufgeteilt.
Es wird der spaltbare Uran-235-Anteil angereichert. Das ist die Anreicherung. Und die geschieht in den Trennelementen. Es gehören dann noch dazu jede Menge Elektronik und spezielle, besonders dichte Absperrschieber und spezielle Messgeräte.
Um gleich wieder nach Bremen zu kommen: die Messgeräte für die Anlage kommen von der Firma VarianMat hier in Bremen. Nachdem das anfänglich alles bestritten wurde, haben wir gegen die Firma Strafantrag gestellt wegen illegalen Exports dieser in Frage kommenden Isotopenmessgeräte.
Sie können, auf S. 23 glaube ich, in der Broschüre der Bundesregierung lesen, dass die Bundesregierung sagt, die Spektrometer seien nicht im Sinne der Außenwirtschaftsverordnung für eine Anreicherungsanlage besonders konstruiert und damit frei für den Export.
Wenn Sie die Broschüre der Firma VarianMat hier in Bremen lesen, dann steht da drin, im Geschäftsprospekt 1978, letzte Seite, das Isotopenmessgerät 511 – und die Firma bezieht sich auch in ihrem Schreiben an den Staatsanwalt auf dieses Gerät, weil wir über den Export dieses Gerätes unterrichtet sind – da steht auf der letzten Seite tatsächlich, dass dieses Gerät MAT 511 speziell für den Betrieb von Anreicherungsanlagen konstruiert ist.
Im Sinne der Außenwirtschaftsverordnung ist damit der Export dieses Gerätes genehmigungspflichtig.
Ein anderer Typ von Messgerät, der ‚MAT 260‘ ist übrigens laut einem Schreiben der Staatsanwaltschaft Bremen mit Genehmigung der Bundesregierung von Dezember 1977 nach Südafrika geliefert worden. Auch dieses Gerät ist ausweislich des Prospektes der Firma für nukleare Brennstoffanalysen ausgelegt. In der Broschüre ‚Zur Sache‘ behauptet die Bundesregierung, es brauche keine Genehmigung für dieses Gerät gegeben zu werden. Aber sie hat es heimlich am 7. Dezember 1977 getan, d.h. einen Monat nach Verhängung des Waffenembargos. Damit ist die Lieferung und die Genehmigung der Lieferung dieser Isotopenmessgeräte ein Bruch des Waffenembargos.
Eingeschaltet in die Lieferung dieses Geräts – damit Sie wissen, in welcher Gesellschaft Sie sind – ist übrigens auch die Firma Hewlett Packard, ein amerikanischer Computerhersteller. Die amerikanische Regierung hat dieser Firma ebenfalls die Genehmigung für die Zurverfügungstellung eines Computers, eines Tischrechners, für dieses Gerät gegeben, der ein integraler Teil dieses Isotopenmessgerätes ist. D. h. also eine Genehmigung auch für den Export über die Bundesrepublik und die Schweiz nach Südafrika, damit es nicht so auffällt. So beschrieben in der amerikanischen Ausfuhrgenehmigung.
D. h. also, dass sowohl die US-Regierung als auch die Bundesregierung zu diesem Zeitpunkt nachweisbar, das haben wir in Dokumenten, die Genehmigung von Teilen der Urananreicherungsanlage, d.h., für Atomwaffenbau in Südafrika gegeben haben.
Man muss sich dazu noch vergegenwärtigen, dass im August 1977 – also etwa vier Monate vorher – sowohl die sowjetische als auch die US-amerikanische Regierung durch Satelliten festgestellt haben, dass Südafrika in der Kalahari ein Atombombentestgelände errichtet hat. Südafrika hat sich also auf das Testen von Atombomben vorbereitet, und die US-Regierung, die das selbst gesehen hat, liefert an diese Regierung eine Anlage bzw. den Teil einer Anlage zur Herstellung von Atombomben.
Klarer Fall: Bruch des Atomwaffensperrvertrages, Bruch des Waffenembargos. Bruch von irgendwelchen Beziehungen, die man sich eigentlich so vorstellen kann.
Das war ein kleiner Ausflug zu dem, was für diese Anlage aus Bremen kommt.
Ich wiederhole noch mal, so eine Urananreicherungsanlage besteht aus etwa 60, 100, vielleicht auch 200 hintereinander gestellten Trennstufen. Die Motoren für diese Trennstufen, die das Ganze antreiben, werden geliefert – ich wiederhole: Wenn ich etwas falsch sage, kann ich dafür erheblich belangt werden – von der Firma Siemens. Die Firma Siemens liefert, ganz genau gesagt die elektronische Steuerung für diese Motoren, das sind sogenannte Thyristoren.
Diese Thyristoren kosten pro Stufe 1,2 Millionen DM. Die Verdichter, die auf der internationalen Kernenergieliste aufgeführt sind, die das Uranhexafluorid durch die Trennelemente durchdrücken, diese Verdichter werden geliefert von der Firma Gutehoffnungshütte/MAN in Oberhausen. Auch daran beteiligt ist die französische Firma Hispano Suiza und die schweizerische Firma Sulzer. Es existiert über die Lieferung dieser Kompressoren z. B. eine schriftliche Notiz der Firma STEAG, eines Mitarbeiters der Firma STEAG, des Herrn Wenzel , der schreibt, dass am 25. November 1975 eine Besprechung im Bundeswirtschaftsministerium stattfand. Zitat: ‚mit dem Ziel, die Verdichter von den Exportauflagen frei zu bekommen.‘
Ich muss jetzt sinngemäß weiter zitieren: Von GHH wurde so argumentiert, dass das im Grunde ganz normale Verdichter sind. Diese Verdichter sind – und das schreibt auch die Bundesregierung – Geräte, die spezielle Eigenschaften aufweisen. Sie stehen auf der internationalen Kernenergieliste als sogenannte ’sensitive Güter‘, deren Export der Genehmigung bedarf und die nicht unter den Bedingungen des Atomwaffensperrvertrages in ein Land, das den Vertrag nicht unterzeichnet hat und seine Anlage nicht internationaler Kontrolle unterstellt, geliefert werden dürfen.
Diese Verdichter werden geliefert, sie sind geliefert worden. Einer zum Beispiel – das wissen wir ganz genau – im Mai 1978. Mai 1978 war auch nach dem November 1977, d. h. also nach der Verhängung des Waffenembargos. Ein weiterer Bruch des Waffenembargos. Diese Verdichter drücken das Uranhexafluorid durch die Trennelemente. Sie kosten übrigens pro Stück 3,7 Millionen DM. Sie können sich vorstellen, das ist wenn die Anlage, wie angegeben, 200 Trennstufen besitzt, ein erheblicher Brocken, 740 Millionen DM Exportwert.
Die Trennelemente werden geliefert von der Firma Siemens. Die Trennelemente kosten – ganz, ganz feine Präzisionsarbeit – pro Stück 4,3 Millionen DM. Bei 200 Stufen 860 Millionen DM.
Es sind dann weiterhin, wie ich sagte, spezielle Elektronikmechanismen notwendig, die zum Teil von Siemens Karlsruhe geliefert werden, zum größten Teil aber von amerikanischen Herstellern, Foxboro z. B.
Es sind spezielle Kühlvorrichtungen notwendig, weil der Druck, mit dem das Uranhexafluorid da durchgedrückt wird, eben Wärme erzeugt. Diese Kühlvorrichtungen werden geliefert von der Firma Linde, die auch sonstige Gastrennungsgeräte für diese Anlage liefert, von der Firma GEA in Bochum und von der Firma Deutsche Babcock; jedenfalls haben die am Anfang für die kleine Anlage geliefert.
Weiterhin beteiligt am Bau dieser Anlage ist die Firma Lurgi, d. h. die Firma Metallgesellschaft in Frankfurt.
Diese Anlage wird also in Südafrika aufgebaut. Möglicherweise ist sie in einem sehr, sehr weitem Stadium und Südafrika wird – oder ist bereits dabei – in diesen Anlagen Spaltstoff für Atombomben gewinnen. Diese Lieferungen verstoßen, das möchte ich noch einmal betonen, gegen den Atomwaffensperrvertrag.
Wir haben z. B. im Zusammenhang mit den Lieferungen der Firma VarianMat dieses Isotopenmessgerätes, das von der Firma selbst als speziell für Urananreicherungsanlagen konstruiert ausgewiesen wird, bei der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien Strafantrag erstattet bzw. uns nach den Möglichkeiten eines Vorgehens, den Möglichkeiten einer Verhinderung derartiger Lieferungen mit einer möglichen Bestrafung erkundigt.
Uns wurde gesagt, dass für die Überwachung dieser Bestimmungen nur die betroffene Regierung allein verantwortlich ist.
D.h. also: Wenn die Bundesregierung nicht will, dann geht es so weiter. Und das bedeutet ja allerlei Verantwortung für uns. Wir können uns in diesem Fall noch nicht einmal auf die Hilfe einer internationalen Organisation, die für diese Sachen zuständig ist, verlassen, sondern müssen den Aufklärungskampf hier in der Bundesrepublik führen, damit diese Sachen publik und damit endlich verhindert werden.
Es kommen auf uns riesige Aufgaben zu. Ich finde es prima, dass hier in Bremen eine große Zahl von Zuhörern gekommen ist. Interessanterweise wird die Erörterung dieses Themas eben totgeschwiegen, wird, nachdem wir vier Jahre über dieses Thema geredet haben und es international bereits zu Nachfragen, zu Druck geführt hat, von der Bundesregierung in der Form von der erwähnten Broschüre reagiert.
Ich finde es erfreulich, dass hier in Bremen ein größerer Zuhörerkreis da ist, und ich hoffe, dass wir eine Möglichkeit haben, gegen dieses Sachen vorzugehen.«