Die transatlantischen Sklavenverschleppungen

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch „Morde alle Jubeljahre – Urheber und Methoden von Massenmorden„. Das vollständige Buch können Sie als E-Book (pdf, E-Pub) oder gedruckt im Shop erwerben.


Bereits im 14. Jahrhundert gab es genaue und detaillierte Karten der Routen jüdischer Händler von Guinea sowie Sudan zum Mittelmeerraum.[1] Sie verschleppten dortige BewohnerInnen durch die Sahara zum Verkauf in Nordafrika und in Spanien.

Sklaventransport, um 1900

Die Ermordung von Hunderten Millionen Menschen in Nord-Mittel- und Südamerika sowie der Aufbau der entvölkerten „Neuen Welt“ durch Sklaven aus Afrika für Bankiers und SiedlerInnen aus Europa wurde mit militärischen und propagandistischen Maßnahmen durchgeführt. Während im antiken Griechenland und Rom die Heere von Kriegsgefangenen und Unfreien für Arbeiten und Kriegsdienst fast immer aus hellhäutigen Skythen, Germanen, Kelten, Nordafrikanern bestanden und im Mittelalter nicht dunkelhäutige Personen sondern hellhäutige Franzosen, Bulgaren, Wandalen, Goten, Rugier, Gepiden, Wagrier, Sachsen, Mecklenburger, Russen und „Slawen“ gefangen und als Sklaven verkauft wurden, wurden dann in Amerika zig Millionen Menschen aus Afrika über mehr als 400 Jahre als Sklaven gehalten. Sie waren durch ihre dunkle Hautfarbe unveränderlich gekennzeichnet.

Der jüdische Bankier Isaac Ben Judah Abrabanel (1437 – 1508), Financier und Berater von Königen und Herrschern in Portugal, Spanien, Neapel und Venedig, verkündete eine auf der Tora basierende Argumentation für die Versklavung von dunkelhäutigen Menschen. Das Sklaventum von tierischen, schwarzen Afrikanern solle unablösbar sein.[2]

Bartolome de las Casas, mit jüdischem Hintergrund, der Beauftragte des spanischen Königs für Eingeborenen-Fragen, lieferte eine Begründung für die Massenmorde und Verschleppungen von Menschen aus Afrika: Nachdem in Kuba und Hispaniola 1513 alle Einheimischen mit Krankheiten ermordet worden waren,[3] klagte er 1514 Grausamkeiten der Spanier an und verlangte ab 1516 immer wieder, um diese Grausamkeiten zu beenden, dass keine „Indios“ mehr versklavt werden dürften. An ihrer Stelle sollten „Negros“ aus Afrika für die Spanier arbeiten.

In Portugal wurden erstmals im Jahre 1441 willenlos gemachte Menschen aus Afrika verkauft. Sie waren in Mauretanien gefangen genommen worden.

Am 08.01.1445 hatte Papst Nikolaus V. König Afonso V. von Portugal, dessen Sohn Heinrich dem Seefahrer und deren Nachkommen ganz Afrika als Sklavenjagdregion, das alleinige Schifffahrtsrecht dort und das Handelsmonopol verbrieft.

Heinrich der Seefahrer (1394 – 1460) war Großmeister des Cristo-Ordens, der Nachfolgeorganisation des Ordens der Tempel-Ritter in Portugal. Er hatte seit 1420 in Sagres (Südküste Portugal) Fachleute mit der Planung von Weltumsegelungen mit Hilfe von Karten, mit der Entwicklung der hochseetüchtigen, küstentauglichen und bewaffneten Karavelle, mit der Anwendung des chinesischen Kompasses beschäftigen lassen.[4]

Karavelle um 1520

In Lagos, auch an der Südküste Portugals, wurden die Karavellen fabrikmäßig hergestellt. Und dort wurden 1445 die Handelsgesellschaften Casa de Arguim (in Marokko) und die Casa de Guine (Westküste Afrikas von Marokko bis Namibia) gegründet. Diese Handelsgesellschaften erhielten als Casa de Lagos vom Papst das Monopol für den Import von Sklaven.

Nach Lagos zogen im 15. Jahrhundert derart viele jüdische Personen, dass ihnen Prinz Heinrich der Seefahrer und König Afonso, der Afrikaner (1438 – 1481), die Niederlassungsfreiheit auch im christlichen Teil der Stadt zugesprochen haben. „Ein neues jüdisches Viertel“ wurde zusätzlich von König Joao II. 1482 beschlossen.

Als ab 1491 in Spanien ausschließlich die katholische Religion erlaubt wurde, wurden ca. 170.000 fromme jüdische Personen aus Spanien unter König Joao II. in Portugal aufgenommen und zum Teil wegen Steuerschulden ins Gefängnis geworfen. Unter Manuel I. (1495 – 1521), dem Nachfolger  Joaos II., wurden bei dessen Regierungsantritt sofort alle jüdischen Gefängnisinsassen freigelassen, wenn sie zustimmten, als Siedler in Sao Tome und Principe tätig zu werden.

Und zweitausend Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren, deren Eltern die Schulden nicht bezahlten, wurden als Sklaven nach Sao Tome und Principe verfrachtet. Ihre Eltern ermahnten sie beim Abschied, die Gesetze des Moses einzuhalten und einige verheirateten ihre Kinder miteinander nach jüdischem Ritus.[5]

Im Dezember 1496 verfügte Manuel I., dass auch im portugiesischen Mutterland ausschließlich die christliche Religion praktiziert werden durfte. Die Auswanderung in die portugiesischen Kolonien beinhaltete die Möglichkeit, dort weiter die jüdische Religion zu praktizieren, nicht nur als christlich getaufte Christãos-novos (Neu-Christen),[6] die von Christen häufig als Crypto-Judios (getarnte Juden), Judios segredos angesehen wurden und von Juden als Marrano-Judios, als Schweine-Juden, bezeichnet wurden, sondern sogar als Judios oder zumindest als Judios Cristianizados.

1494 teilten Spanien und Portugal im Vertrag von Tordesillas Einflusssphären untereinander auf: Portugal blieb von Afrika bis zur Westgrenze Brasiliens Sklavenjägermonopolist. Spanien erhielt in Nord-Mittel- und Südamerika alle anderen Gebiete und das Monopol, dort die SklavInnen zu importieren.


[1] Seminario LHD. The History of Blacks, The Jews and the Moors in Spain. Madrid 1975:17; zitiert bei The Nation of Islam. The Secret Relationship Between Blacks and Jews. Chicago, 1991:12

[2] Wikipedia. Isaac Abrabanel. 15.05.2013 || In Jesaja 45:14 wird dem Volk Israel zugesagt: „[…]  Jehova: Fronarbeiter Ägyptens, Kaufleute Äthiopiens und hochgewachsene Männer aus Sabäa (Krieger aus Sudan; d.A.) werden deine Sklaven sein, […]  und in Ketten hinter dir herlaufen.“[3] Columbus schrieb den „feigen“ Einwohnern von Haiti eine 333fache kämpferische Unterlegenheit gegenüber seinen Miteroberern zu. (Sauer CO. The Early Spanish Main. Berkeley, 1966:32, zitiert bei The Nation of Islam. The Secret Relationship Between Blacks and Jews. Chicago, 1991:16

[4] Silva Pinto LF. Sagres: a Strategic Revolution. 2002

[5] Mound G. Judaic Research Continues in Balearic Islands and Sao Tome, zitiert Usque S. Consolation for the Tribulations of Israel. YIVO, New York 1945, Reprint Philadelphia 1964/1977. Englische Übersetzung von Consolacão às tribula cões de Israel. Ferrara 1553 von Rabbi Samuel Usque.

[6] Conversos, Homens de negocio, judeos cristianizados.