Verbrechen gegen jüdische Personen durch als nichtjüdisch getarnte, nationalsozialistische Personen

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Der jüdische britische Zeitungsverleger Lord William Maxwell Aitken Beaverbrook schrieb 1931, dass viele Antisemiten jüdischer Rasse seien. Er schrieb über ein Gespräch mit Alfred Rosenberg: „Er ist ein entschiedener Antisemit, und wie so mancher andere Judengegner trägt er ihre rassischen Merkmale im Gesicht.“[1]

Gemäß Hannah Arendt wurde auch

die Hitler-Bewegung“ durch „[…] die dumme und gefährliche Redensart von der Wiederkehr des ‚dunklen Mittelalters’ […] gerade von Juden […] als Mittel für die Erhaltung des Judentums […] benutzt.
Jedermann weiß, dass Entstehen und Anwachsen des modernen Antisemitismus mit dem Prozeß der jüdischen Assimilation, der Säkularisierung und dem Absterben der alten religiösen und geistigen Gehalte des Judentums, koinzidiert. Betrachtet man diesen Prozeß von einem jüdischen Standpunkt, so bedeutet er, dass große Teile des Volkes durch eine innere Auflösung und ein äußeres Aufgehen in der Umwelt in ihrer Existenz bedroht waren. In dieser Situation gerieten diejenigen, welche dieser Prozeß mit Sorge erfüllte, auf die merkwürdige Idee, dass man sich vielleicht des Judenhasses zum Zwecke einer gleichsam zwangsweisen Konservierung des Volkes bedienen könne.
Je ‚ewiger’ der Antisemitismus, desto sicherer die ‚ewige’ Existenz des jüdischen Volkes. Hinter diesem Aberglauben steckte zudem eine höchst reale geschichtliche Erfahrung, so sehr er selber auch eine Travestie der religiösen Idee der Auserwähltheit des Volkes ist.

Der christliche Judenhass war in der Tat ein politisch wie geistig außerordentlich wirksames Mittel für die Erhaltung des Judentums gewesen. Dass die Juden den modernen, antichristlichen Rassen-Antisemitismus unbesehen mit dem mittelalterlichen Judenhass verwechseln konnten, lag unter anderem daran, dass sie trotz aller Assimilation nur sehr wenig vom Christentum wußten und zumeist den eigentlichen christlichen Charakter der Zivilisation, in die sie sich assimilierten, einfach übersahen.

So konnte es geschehen, dass die dumme und gefährliche Redensart von der Wiederkehr des ‚dunklen Mittelalters’ angesichts der Hitler-Bewegung gerade von Juden vielfach verbreitet wurde.“[2]

Aus deutschblütig-rassistischer Sicht wäre die sogenannte Judenfrage von selbst gelöst worden, aus jüdisch-rassistischer Sicht aber drohte die Katastrophe der Normalisierung, nämlich einer als Assimilation bezeichneten Nichtweiterbetreibung von Besonderheit, Abgesondertheit, Fremdheit gegenüber den 99,0% weiteren EinwohnerInnen Deutschlands.

Der jüdische Bevölkerungswissenschaftler Theilhaber hatte 1911 die Gemeinschaftsbildung von Personen jüdischer Herkunft in Deutschland mit Personen nicht-jüdischer Herkunft durch Eheschließungen mit nicht-jüdischen Personen und durch Austritt aus der jüdischen Kirchengemeinde berechnet und als „Untergang der deutschen Juden“ verteufelt.

Es werde im Jahre 2000 in Deutschland keine Juden mehr geben, weil die deutschen Juden nicht mehr rassebewusst wären.[3]

Personen jüdischer Herkunft in Deutschland waren dabei, rassistische Gebote der jüdischen Religion nicht mehr zu befolgen.

Im Buch Esra, Kapitel 9 und 10 befiehlt der Prophet Esra im Namen Jahwes den Israeliten, ausschließlich jüdisch zu heiraten und nichtjüdische Ehefrauen und die gemeinsamen Kinder zu verstoßen.

Der Statistiker Heinrich Silbergleit formulierte 1930 aus seiner betont „jüdischen“ Sicht eine Begründung für die Verwirklichung des von ihm nicht zitierten Programmes der NSDAP.

„Schon vor mehr als 20 Jahren hat Felix A. Theilhaber den Untergang der deutschen Juden verkündet. Und allerdings, die statistische Situation war, […], schon damals eine recht gespannte. Sie hat sich seitdem noch mehr verschärft durch die weiterschleichende, gewissermaßen endemische und die zusätzliche Geburtenkrisis der Kriegsjahre. […]

Worauf es uns wesentlich anzukommen scheint, das ist […] die Wiederherstellung der engen Verbundenheit mit den alten Überlieferungen auf bevölkerungspolitischem Gebiet. Dass dies bei den deutschen Juden noch möglich wäre, vermögen wir uns allerdings kaum vorzustellen, womit allerdings keineswegs jedem Verzicht auf die Politik der Wirksamkeit der kleineren Mittel das Wort geredet werden soll.“[4]

Die NSDAP-Regierung erzwang mit ihren Gesetzen die erneute Trennung von jüdischen und nichtjüdischen Personen. Staatssekretär Wilhelm Stuckart und Hans Globke vom Reichsinnenministerium wiesen 1936 auf diese gemeinsame Zielsetzung hin:

„Das deutsche Volk wünscht, sein Blut und seine Kultur rein und eigen zu erhalten, wie es die Juden seit dem Propheten Esra für ihr Volk als Forderung […] aufgestellt haben.“[5]

Julius Streicher, Gauleiter in Franken und Herausgeber des „Der Stürmer“ sagte im Prozess von Nürnberg 1946: „Unser Vorbild war das jüdische Gesetz“.[6]

Wie gesagt, es standen angesichts der Zahlenverhältnisse keinesfalls nichtjüdische Verun“rein“igungen zur Debatte.

Führende Verantwortliche des National-Sozialismus, tarnten sich als nichtjüdisch (s. Buch Bankiers überm Hakenkreuz), nämlich z.B. Adolf Hitler, Rudolf Heß, Hermann Wilhelm Göring, Joachim von Ribbentrop, Martin Bormann, Wilhelm Funk, Reinhard Heydrich, Heinrich Himmler, Paul Joseph Goebbels, Richard Glücks, Arnolt Bronnen, Ernst Kaltenbrunner, Alois Brunner, Adolf Eichmann, Hjalmar Horace Greeley Schacht, Ernst Sedgewick Hanfstaengl, Kurt Freiherr von Schröder, Alfred Rosenberg, Franz Pfeffer von Salomon, Gregor Strasser, Otto Strasser, Wilhelm Canaris, Robert Ley, Hans Frank, Wilhelm Frick, Emil Maurice, Baldur von Schirach, Klaus Barbie, Heinrich Müller, Erhard Milch, Julius Streicher, Fritz Brandt, Odilo Globocnik, Wilhelm Jordan, Wilhelm Kube, Erich von dem Bach-Zelewski, Emil Georg Ritter von Stauß, Johann von Stein, oder tarnten ihre Ehefrau als nichtjüdisch wie z.B. Karl Haushofer.[7]

Der Leiter des Reichssippenamtes Kurt Mayer teilte in einem Schreiben an Kanzlei-Leiter Martin Bormann am 13.12.1940 mit, es lasse sich „nicht genau (so! d.A.) nachvollziehen, wie hoch der Prozentsatz der NSDAP-Mitglieder mit jüdischer Abstammung“ wäre. „Was hier nun bis zum heutigen Tage von der Partei an nicht kontrollierbaren und infolge ihrer Rechtskraft nicht mehr reparierbaren Urteilen erging, ist geradezu haarsträubend.[8]

1942 verkündete Martin Bormann, dass jüdische Mischlinge deutschblütigen Personen gleichgestellt würden, wenn sich z.B.

„ein jüdischer Mischling […] ohne von seiner Mischlingseigenschaft gewusst zu haben, jahrelang während der Kampfzeit für die Partei eingesetzt hat.“[9]

Jüdische „Mischlinge“ waren am Aufbau der NSDAP in den zwanziger Jahren engagiert und derart „positiv“ beteiligt,[10] dass bei Anwendung der Nürnberger Gesetze das Interesse von Personen jüdischer Herkunft an der Hitler-Diktatur sichtbar geworden wäre durch Entmachtung und zumindest Zwangsauswanderung einer großen Zahl führender NSDAP-Mitglieder.

Hitler versteckte diese Protegierung der NSDAP durch jüdische Personen mit Hilfe von Blutsumwandlungen. Besonders die Prominenten Hermann Wilhelm Göring, sein Bruder Albert, seine Frau Emmy Sonnemann, Martin Bormann, Wilhelm Canaris, Gerhard Engel, Karl Dönitz, Paul Joseph Goebbels, Magda Goebbels, Ernst Kaltenbrunner, Albert Kesselring, Erich Raeder, Fritz Sauckel, Baldur von Schirach, Adolf Eichmann und Heinrich Himmler kümmerten sich mit Hitler um Blutsumwandlungen.[11]

9.636 jüdische NSDAP-Mitglieder beantragten ihre Blutsumwandlung. 260 aus der Schar von diesen „Prominenten, verdienten Kämpfern der Partei, hohen Parteifunktionären, vorgeblich unehelichen Kindern[12] deklarierte Hitler von 1935 bis Anfang 1941 von judenstämmig in deutschblütig um.[13] In Berlin wurden 1.300 jüdische Personen zu Ehrenariern gemacht.

Ernst Heinrich Heinkel, Flugzeughersteller, ließ sich als deutschblütig erklären. Arthur Imhausen, Inhaber der Fa. Imhausen-Chemie in Witten, ließ sich von Adolf Hitler am 23.07.1937 zum deutschblütigen Unternehmer erklären. Die Besitzer der Chemiefirmen Freudenberg & Co., Weinheim, Richard Freudenberg und der Th. Goldschmidt AG, Essen, Bernhard Goldschmidt, ließen sich ebenso blutsmäßig verwandeln und wurden Wehrwirtschaftsführer. Albrecht Wertheim, Enkel des Warenhaus-Gründers Abraham Wertheim, Berlin, ließ sich 1939 als deutschblütigen Offizier erklären.[14] Die Mitglieder der Bankiersfamilie Wittgenstein in Wien ließen sich 1939 als deutschblütig erklären. Der bedeutendste Rüstungsindustrielle Österreichs, Friedrich Mandl, trat der NSDAP trotz Herkunft als deutschblütig seit 1800 bei und belieferte Hitlers Krieg.

Eine besonders sorgfältig ausgewählte Blutsverwandlung führte Adolf Hitler im September 1939 nach der Besetzung Westpolens durch. Major Ernst Ferdinand Benjamin Bloch, Sohn des jüdischen Arztes Dr. med. Oskar Bloch, wurde von ihm zum deutschblütigen Offizier für die Zeit bis Kriegsende erklärt. Ernst Bloch war seit 1919 Reichswehr-Offizier gewesen. 1935 wurde er Leiter der „I/Wirtschaftsabteilung“, der Industriespionage der „Abwehr“ unter Wilhelm Canaris.

Bloch wurde im September 1939 als Führer einer Gruppe von vier jüdischen Wehrmachtsangehörigen nach Warschau geschickt. Von dort geleitete er im Dezember 1939 den wichtigsten Priesterführer der Chassidim, den „Lubawitscher Rebbe“, Joseph Isaak Schneersohn für eine Woche nach Berlin und dann zurück nach Warschau, dann nach Kovno, dann nach Riga, zum Umzug über Schweden nach New York (s. Kapitel Auschwitz).

  • In den Niederlanden wurden sechs von 12 jüdischen Führungs-Funktionären des nationalsozialistischen NSB als arisch erklärt. Der Führer des NSB Anton Mussert war jüdisch, der Propagandachef Max Blokzijl und der Leiter der Ausbildungsabteilung ebenso. Sie gehörten zu 47 jüdischen Personen in den Niederlanden mit schriftlicher Ausnahme von Diskriminierungen. Weitere wurden z.B. durch Anordnung von Göring durchgewinkt.[15]
  • Fünf Juden befanden sich im März 1919 unter den Gründern des Faschismus“ in Italien, „mehrere Juden befanden sich unter Mussolinis engsten Beratern.“[16] Mussolinis Finanzminister waren die jüdischen Guido Jung und Guiseppe Volpi. Seine Biographin Marghereti G. Sarfatti, Ivo Levi, und der Banca Commerciale Bankier Toeplitz waren jüdischer Herkunft.
  • Sir Oswald Mosley, jüdischer Herkunft, „kosher Fascist“, Freund von Lord Rothermere, erst konservativer, dann Labour-Minister, wurde dann Gründer der British Union of Fascists. Deren Propagandaminister John Beckett und die Prominenten Bill Leaper, Harald Sorett und Albert Lynden waren jüdischer Herkunft und sorgten für Judenhass in Großbritannien, der die Ermordung von Millionen jüdischen Personen in Osteuropa trotz Balfour-Declaration und Platz in z.B. Kanada, Australien, Südafrika, Neu Seeland, Großbritannien möglich machte.
  • Fast alle Führer einschließlich des Chefs Ante Pavelic der Juden-folternden- und –mordenden Ustascha, der kroatischen Faschisten-Partei, waren mit jüdischen Frauen vermählt.[17] Gesandter Kroatiens für Ungarn und Italien war der jüdische Alexander Klein.[18]
  • Auch in Frankreich wurden einige jüdische Personen von der deutschen Regierung als nichtjüdisch deklariert und relativ bevorzugt behandelt, die nach dem Krieg führende Positionen einnahmen: Z.B. der Bakteriologe Robert Debre und sein Sohn Michel Debre. Michel Debre wurde Justizminister, Premierminister (1959 – 1962), Finanzminister, Außenminister, Verteidigungsminister[19]. Jacques Rueff, Vize-Präsident der Banc de France 1940 bis 1978, erhielt die Bescheinigung, wie ein Arier zu sein.
  • Die Massaker an hunderttausenden äthiopischen jüdischen Personen („Falashas“) 1935 – 1941 wurden maßgeblich vom jüdisch-britischen Geheimdienst MI6 mit Hilfe von Mussolini unter Einsatz von Giftgas durchgeführt.
  • Die Massaker an den AlevitInnen in Dersin, Türkei 1937 – 1939 wurden von dem jüdischen Kemal Pascha Atatürk und den zum großen Teil alevitischen Militärbefehlshabern verübt.
  • Paul Kagame, jüdischer Präsident Ruandas, erlebte 1994 den Mord an 800.000 jüdisch-stämmigen „Tutsis“ und auch an „Hutus“. Aber nach Ausbildung in den USA gelang es ihm, die überlebenden Tutsi-Personen an die Macht zu bringen.

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